Rasche Hilfe gefordert

Protest gegen Wohnungsnot: Hunderte demonstrieren in Göttingen

Gegen die Wohnungsnot: Demonstration zogen am Samstag durch die Göttinger Innenstadt. Mehrere hundert Menschen forderten mehr Wohnungen zu bezahlbaren Mieten. Foto: Schröter

Göttingen. Anfänglich waren es wenige, dann wurden es immer mehr: Schließlich zogen mehrere hundert Demonstranten friedlich durch die Göttinger Innenstadt: Sie machten ihrem Unmut über die Wohnungsnot in Göttingen Luft.

Mehr noch: Sie machten auch konstruktive Vorschläge, wie dem Problem beizukommen ist. Die Verantwortlichen in Stadt und Studentenwerk könnten rasch Wohnraum für Studierende und andere Wohnungssuchende schaffen: So auch im leerstehenden Gebäudekomplex des ehemaligen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) am Nonnenstieg oder in der Geiststraße. Grundsätzlich forderten sie ein Recht auf selbstbestimmte Wohnkultur.

Voran im Demo-Zug, der am Wilhelmsplatz startete und schließlich bis zum Uni-Campus führte, gingen die Initiatoren der Wohnrauminitiative. Politische Gruppierungen klinkten sich ein – aber auch viele Privatpersonen, die keiner Gruppierung zuzuordnen sind.

Aktualisiert 26.10., 11.50 Uhr

Am Gänseliesel stellte eine Rednerin der Basisdemokratischen Linken klar, dass im Kampf um Wohnraum keine Interessengruppen gegeneinander ausgespielt werden dürfen. Vor der Stadthalle berichtete eine Betroffene des Arbeitslosengeld II davon, wie Empfänger von Sozialleistungen mit wenig Geld und staatlichen Einschränkungen Wohnraum finden müssen.

Mehr Bilder von der Demo:

Göttingen: Demonstration gegen Wohnungsnot

Die Polizei begleitete die Demonstration mit einem großen Polizeiaufgebot. Großflächig waren in der City und um die Innenstadt Einsatzfahrzeuge zu sehen. Mehr als 100 Beamte waren laut Polizei im Einsatz. Sie regelten den Verkehr und sperrten kurzzeitig einige Straßen, damit die Demonstranten nicht gefährdet wurden.

Aus Sicht der Einsatzleitung lief alles friedlich ab. Aus einem Haus in der Roten Straße und in der Humboldtallee seien pyrotechnische Gegenstände abgefeuert worden.

Eine Sprecherin der Wohnrauminitiative sagte: „Wir haben heute lautstark gezeigt, dass in Göttingen noch einiges getan werden muss. Denn es gibt zu wenig bezahlbaren Wohnraum. Es sollte Konsens sein, dass bei der Nutzung von Häusern zukünftig die Schaffung und der Erhalt von gutem Wohnraum die Priorität sein muss.“ Die Wohnrauminitiative fordert auch die Rücknahme einer Anzeige des Studentenwerks gegen zwei Unterstützer der Initiative

In Göttingen haben die Studentenzahlen zum Wintersemester-Start erneut zugenommen, sie erreichen fast Rekordwerte aus den 80er- und 90er-Jahren. Viele Studierende haben keine Wohnung gefunden, da auch die Studentenwohnheime ausgebucht sind. Es gibt Notquartiere in der ehemaligen Voigt-Schule in der Bürgerstraße und eine Zeltlager auf einem Grundstück eines Wohnheimes in der Humboldtallee. (tko/per)

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