Staatsanwaltschaft Göttingen ermittelt

Wollte Ex-Polizist mit vertraulichen Dokumenten die Polizei erpressen?

Am Waageplatz: Das Hauptgebäude der Staatsanwaltschaft Göttingen. Beamte ermitteln gegen einen ehemaligen Polizeibeamten, der verdächtigt wird die Polizei erpressen zu wollen. Foto: dpa

Göttingen. Hat ein pensionierter Staatsschützer versucht, die Polizei mit vertraulichen Dokumenten zu erpressen? Dieser Frage geht die Staatsanwaltschaft Göttingen nach.

Die Strafverfolgungsbehörde führe gegen den 63-jährigen früheren Kriminaloberkommissar der Polizeiinspektion Göttingen ein Ermittlungsverfahren wegen des Verdachts der versuchten Nötigung und der versuchten Erpressung sowie Verwahrungsbruchs, teilte Behördensprecher Andreas Buick am Donnerstag mit.

Der im Landkreis Göttingen wohnende Polizeibeamte soll während seiner aktiven Dienstzeit im Fachkommissariat für Staatsschutzangelegenheiten der Polizeiinspektion Göttingen dienstliche Unterlagen an sich genommen haben. Die Ermittler vermuten als Tatmotiv, dass er sie zu einem späteren Zeitpunkt als Druckmittel gegenüber der Polizeidirektion beziehungsweise dem Innenministerium verwenden wollte, um rückwirkend seine Beförderung zum Kriminalhauptkommissar zu erreichen.

Nach Angaben der Staatsanwaltschaft war der Polizist vor eineinhalb Jahren regulär pensioniert worden. Im April dieses Jahres standen dann Polizeibeamte mit einem Durchsuchungsbeschluss des Amtsgerichts Göttingen vor seiner Tür.

Die Ermittler hätten bei der Durchsuchung der Privaträume des Ruheständlers einschlägige Dokumente sichergestellt, teilte Staatsanwaltschaft-Sprecher Buick mit. Unter anderem hätten sie Karteikarten, Ausdrucke von E-Mails und Lichtbilder gefunden.

Die sichergestellten dienstlichen Unterlagen bezögen sich auf Personen, die nach Einschätzung der Polizei dem linksextremen Spektrum angehören oder als linksmotivierte Straftäter in Erscheinung getreten sein sollen.

Den Erkenntnissen der Ermittler zufolge soll der 63-Jährige bereits während seiner aktiven Dienstzeit wiederholt seinen Unmut und Frust darüber geäußert haben, dass er nicht befördert wurde und mit dem schlechter bezahlten Dienstrang eines Kriminaloberkommissars in Pension gehen musste. Nachdem er bereits einige Zeit im Ruhestand verbracht hatte, soll er sowohl gegenüber der Polizeiinspektion Göttingen als auch gegenüber dem Niedersächsischen Innenministerium telefonisch damit gedroht haben, dass er vertrauliche Unterlagen des Staatsschutzkommissariats veröffentlichen werde, falls er nicht rückwirkend doch noch auf den Dienstposten eines Kriminalhauptkommissars befördert werde. (pid)

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