Interview mit Christoph Landwehr

Wuppertaler Vollplaybacktheater spielt in der Göttinger Stadthalle

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Das Vollplaybacktheater: (von links) Supaknut, Britta Lemon, Sven Blievernicht, Dokter Thomas, (zweite Reihe hinten) David Becher und Christoph Landwehr. 

Göttingen. Seit 20 Jahren begeistert das Vollplaybacktheater seine Fans mit den lippensynchronen und komödiantischen Umsetzungen bekannter Hörspiele. 

Am Freitag, 21. April, kommen die sechs Wuppertaler um 20 Uhr in die Göttinger Stadthalle und übernehmen wieder einen Fall der drei Detektive Justus Jonas, Peter Shaw und Bob Andrews: „Die drei ??? und der grüne Geist“. Die Hörspielreihe um die drei Jungs aus Rocky Beach ist die erfolgreichste Hörspielproduktion der Welt. Mittlerweile ist schon Folge 186 erschienen. 

Wir sprachen mit Ensemblemitglied Christoph Landwehr über dieses Phänomen und die Inszenierung. 

Seid ihr große Hörspielfans, oder wie seid ihr auf die Idee des Vollplaybacks gekommen?

Christoph Landwehr: Das Ganze ist aus einer Schnapsidee heraus entstanden. Der Kollege Knut hat in seiner Bastelgarage immer Hörspiele nebenbei gehört und hat irgendwann gemerkt, dass er die Geschichten mitsprechen kann. Und da wir alle etwas im Bereich Theater zu tun hatten, entstand die Idee, so etwas auf die Bühne zu bringen. Also nicht selbst zu sprechen, sondern eine Kassette ablaufen zu lassen und die Lippen zu bewegen.

Welche Folge war das? 

Landwehr:Das Geheimnis der Särge. Die Kollegen haben sie damals komplett nachgesprochen wie sie war.

Ihr spielt bevorzugt Die drei Fragezeichen, TKKG und John Sinclair. Wie sieht es denn mit He-Man und Jan Tenner aus? Ein wenig Science Fiction der 80er-Jahre.

Landwehr:Das Schöne ist, dass wir da völlig frei sind. Es gibt eine unglaubliche Fülle an Material. Vorausgesetzt, dass uns genug Ausbaustory zu der Folge einfällt. Denn ein Hörspiel dauert nur 45 Minuten, unsere Stücke aber gehen über zwei Stunden. Daher kann es durchaus passieren, dass wir einzelne Charaktere dieser Hörspiele in die neuen Stücke integrieren.

Ist das in der jetzigen Folge auch der Fall?

Landwehr: Es kommen eine ganze Menge Leute vor, die eigentlich nicht in das Original-Hörspiel reingehören. Unter anderem Batman und Pan Tau.

Das miteinander zu kombinieren, stelle ich mir schwierig vor. Wie lange dauert es, die einzelnen Passagen heraus zu filtern, um ein neues Stück zu entwerfen?

Landwehr: Mit dem Grünen Geist waren wir sechs Monate beschäftigt. Man entwickelt irgendwann ein Gefühl dafür, welche Antwort, aus welchem Film, in welches Hörspiel passen würde. Das ist ein ziemlich komplexes Geschehen.

2015 gab es Schwierigkeiten mit Eurem Management und Euer geplantes Comeback nach der einjährigen Pause ist geplatzt. Was war da los?

Landwehr:Doofe Geschichte. Da ist jemand mit den Eintrittsgeldern der Zuschauer abgehauen. Das Geld war plötzlich weg. Davon wussten wir nichts. Davon wusste das Publikum nichts und wir standen plötzlich vor einem Scherbenhaufen. Ein Supergau. Aber die Zuschauer haben ganz erstaunlich reagiert, als wir geschildert haben, was geschehen ist und warum die Tour abgesagt werden muss. Sie haben uns beigestanden, hatten Verständnis. Das war herzerwärmend.

Also haben Euch die Fans ermuntert weiterzumachen. Aber warum habt ihr überhaupt aufhören wollen?

Landwehr: Wir wollten uns nicht wiederholen und aufhören, bevor wir Gefahr laufen, dass die Stücke nicht mehr so lustig werden. Wir haben aber schnell gemerkt, dass was fehlt und kaum hatten wir aufgehört, flossen die Ideen und Gedanken wieder.

Weitere Informationen und Tourdaten www.vpt-show.de

Zur Person: 

Christoph Landwehr ist 42 Jahre alt, stammt aus der Nähe von Osnabrück und lebt in Bochum. Der freie Schauspieler und Theaterpädagoge ist seit 2007 Mitglied des Ensembles. 

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