XLAB: Begeisterung für Naturwissenschaften wecken

Zehnter Geburtstag der Einrichtung: Am Göttinger Experimentierlabor XLAB können Schüler mit neuesten Geräten arbeiten und anspruchsvolle Experimente machen. Foto: Niemann

Göttingen. Begeisterung für die Naturwissenschaften wecken und eine Brücke zwischen Schule und Universität bauen - das ist das Ziel des Experimentallabors für junge Leute „XLAB“ in Göttingen.

Seit zehn Jahren kommen aus ganz Deutschland und dem europäischen Ausland Schulklassen nach Göttingen, um mehrere Tage lang in dem knallbunten Laborgebäude zu experimentieren. Inzwischen haben 145.000 Schüler, Studierende und Lehrer an den Kursen teilgenommen. „Das XLAB ist eine Erfolgsgeschichte“, sagt die Gründerin und geschäftsführende Direktorin, Eva-Maria Neher. Zum Geburtstag des XLAB-Gebäudes kommt an diesem Montag der niedersächsische Ministerpräsident Stephan Weil nach Göttingen.

Das bundesweit einzigartige XLAB deckt mit seinem Kursangebot einen Bedarf, den die Schulen nicht abdecken können. „Besonders in der Biologie klaffen die experimentellen Möglichkeiten im Schullabor und die theoretischen Erfordernisse in der Oberstufe stark auseinander“, sagt Neher.

Spannende Experimente

Im XLAB können die Schüler unter wissenschaftlicher und pädagogischer Betreuung mit neuesten Geräten arbeiten und Experimente machen, zu denen sonst nur Studierende Gelegenheit haben. Die Kurse in Physik, Chemie, Biologie, Ökologie, Neurophysiologie und Informatik sollen nicht nur Begeisterung für diese Fachgebiete wecken, sondern auch Schülern einen Eindruck davon vermitteln, was bei einem Studium oder bei einem Beruf im naturwissenschaftlichen Bereich auf sie zukommt.

Inzwischen ist die Nachfrage so groß, dass das Experimentierlabor an seine Kapazitätsgrenzen stößt. In den Herbstferien beispielsweise war das XLAB komplett ausgebucht. Insgesamt verzeichnete es in diesem Jahr bereits über 12 000 Schülertage.

Interesse aus dem Ausland

Neben den Kursen für Schulklassen werden auch einwöchige Intensiv-Camps in den Ferien angeboten. Hierfür können sich besonders begabte und interessierte Schüler ab 16 Jahren bewerben. Auch international stößt das XLAB auf großes Interesse. „Die Nachfrage im Ausland nach unseren Angeboten ist ständig gestiegen“, sagt Neher. Besonders stark gefragt sind die International Science Camps, zu denen Schüler aus aller Welt nach Göttingen kommen. Seit 2003 haben mehr als 2250 ausländische Schüler und Studierende aus 45 Nationen am XLAB experimentiert. (pid)

Kontakt: XLAB, Göttinger Experimentallabor für junge Leute, Justus-von-Liebig-Weg 8, 37077 Göttingen, Tel. 0551 39-12872, E-Mail: xlab@xlab-goettingen.de

www.xlab-goettingen.de

Hintergrund: Anstoß für eine akademische Laufbahn

Viele Teilnehmer sind vom XLAB so nachhaltig beeindruckt, dass sie danach eine naturwissenschaftliche Laufbahn einschlagen. Manche studieren und forschen inzwischen an so renommierten Universitäten wie Stanford, Cambridge oder dem MIT in Boston.

Inzwischen ist das Göttinger XLAB zum internationalen Vorzeigemodell geworden. Eva-Maria Neher wurde bereits zu vielen Tagungen eingeladen, um das Konzept vorzustellen. Im vergangenen Jahr präsentierte sie das XLAB beim „World Science Forum“ in Rio de Janeiro.

Inzwischen bringt der große Erfolg aber auch logistische Probleme mit sich. Da die Kurse am XLAB in der Regel täglich acht Stunden dauern und mehrtägig sind, brauchen die meisten Teilnehmer ein Übernachtungsquartier. Inzwischen werden jährlich bis zu 8000 Übernachtungen organisiert. Nicht immer lassen sich genügend Quartiere finden. Schon mehrfach mussten Schulklassen, die kurzfristig einen Kurs buchen wollten, ihre Anmeldung zurückziehen, weil sie nicht genügend Unterbringungsmöglichkeiten fanden. „Wir brauchen deshalb dringend ein Gästehaus“, sagt Eva-Maria Neher. Bereits vor zwei Jahren hat die XLAB-Stiftung ein nahegelegenes Grundstück erworben. Seitdem bemüht sich Neher darum, öffentliche Fördermittel und private Sponsoren zu gewinnen. (pid)

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