Ausschuss hat noch Beratungsbedarf

XXXL: Entscheidung über Innenstadt-Sortiment ist vertagt

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Hier sollen sich die Möbelmärkte XXXL und Poco ansiedeln: Das Gelände an der Anschlussstelle Göttingen der Autobahn 7 im Westen der Uni-Stadt wird derzeit noch landwirtschaftlich genutzt. Im Hintergrund ist der Kauf-Park zu sehen. 

Göttingen. Die Entscheidung, wie groß die Fläche für Heimtextilien und Haushaltswaren bei der geplanten Ansiedlung der Möbelmärkte XXXL und Poco im Göttinger Westen ausfällt, soll erst nach der Sommerpause fallen. Der Bauausschuss sieht noch Beratungsbedarf.

Deshalb soll die Empfehlung, über die der Rat endgültig entscheiden muss, erst nach den großen Ferien erfolgen. Bei der Diskussion über das Projekt im Bauausschuss wurden erneut die unterschiedlichen Ansichten deutlich.

Klar ist: Beide Möbelmärkte sollen zusammen eine maximale Verkaufsfläche von 25 000 Quadratmeter haben. Das entspricht der Größe von gut drei Fußballfeldern. Ein Streit ist nun um die Frage entbrannt, auf welcher Fläche die neuen Märkte „zentrumsrelevante Randsortimente“ anbieten dürfen.

SPD: Möbelanbieter fehlt

Die Sozialdemokraten, die gemeinsam mit den Grünen eine Mehrheit im Rat haben, wollen für den speziellen Einzelfall 2500 Quadratmeter zulassen – als Ausnahme vom bestehenden Einzelhandelskonzept. Dies werde durch das Landesraumordnungsprogramm ermöglicht, sagte Fraktionschef Tom Wedrins. Er machte erneut deutlich: „Es fehlt ein Möbelanbieter in Göttingen.“ Hans Otto Arnold kündigte für die CDU an, dass seine Fraktion mit den Händlern über die Möbelhaus-Ansiedlung ins Gespräch kommen wolle.

Mehrere Möbelhändler aus der Region, die bei der Sitzung anwesend waren, pochen hingegen darauf, dass die im Einzelhandelskonzept der Stadt festgelegte Höchstgrenze von 800 Quadratmeter für das Innenstadt-Sortiment auf bei der Neuansiedlung eingehalten wird.

Klaus Rheinländer, Chef des Eichsfelder Möbelcenters aus Gieboldehausen, wurde deutlich: „Letztlich werden es die Gerichte entscheiden“, kündigte er bereits jetzt einen möglichen Rechtsweg während der Sitzung an, sollte die Stadt die 2500-Quadratmeter-Ausnahme beim Innenstadt-Sortiment zulassen.

Gleichzeitig machte Rheinländer deutlich, dass sich das Möbelunternehmen XXXL bei zwei Neuansiedlungen im Südwesten Deutschlands beim Innenstadt-Sortiment an die 800-Quadratmeter-Grenze gehalten habe.

Hintergrund: Innenstadt-Sortiment

Um die Einzelhandelsgeschäfte in der Innenstadt vor einer massiven Konkurrenz von der „Grünen Wiese“ zu schützen, gibt es zentrumsrelevante Sortimente. Deren Verkaufsfläche darf bei einer Neuansiedlung 800 Quadratmeter nicht überschreiten. Dazu gehören Elektrokleingeräte und Zubehör, Glas, Porzellan, Feinkeramik, Haushaltswaren, Schneidwaren, Bestecke, Kunstgewerbe, Bilder, Bilderrahmen, Wohnungseinrichtungsartikel (Dekoration), Antiquitäten, Heimtextilien, Dekostoffe, Gardinen sowie Haus-, Bett- und Tischwäsche.

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