XXXL-Möbel-Projekt

Pro-City fordert von Stadt Göttingen Gleichbehandlung

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Kritik an XXXL-Planung: Frederike Breyer, Pro City. 

Göttingen. Für die geplante Ansiedlung der Möbelgrößen XXXL und Poco darf es keine Ausnahmeregelung geben. Das fordert die Händlergemeinschaft Pro City von der Stadt Göttingen.

An eigene vorgaben halten

Die Stadt müsse sich an die selbst im Einzelhandelskonzept auferlegten Vorgaben halten. Dort sind die Flächen für innenstadtrelevante Sortimente auf 800 Quadratmeter je Haus beschränkt worden. XXXL und Poco wollen diese Grenze erheblich überschreiten. Dennoch plant die Stadt eine Ausnahmeregelung.

Keine Gleichbehandlung

Pro City appelliert an die Fairness und mahnt zur Gleichbehandlung, denn die Ausnahme soll nur für den neuen Standort, also für XXXL und Poco, gelten, nicht aber für vorhandene Häuser. Die betroffenen Möbelhändler aus der Region Südniedersachsen sehen darin gar eine Wettbewerbsverzerrung.

XXXL kann auch kleiner

Pro-City-Geschäftsführerin Frederike Breyer zeigt auf, dass es im XXXL-Imperium auch anders geht: Die Recherche habe ergeben, dass der Möbelgigant XXXL andernorts auch anders kann – dort mit 800 Quadratmeter Randsortimentsfläche auskommt – so in Freiburg und Villingen-Schwenningen.

Sonderrechte für Einen

Die Möbelhäuser der Region – Bäucke (Northeim), Jäger (Göttingen/Witzenhausen), Eichsfelder Möbelcenter (Gieboldehausen) – fühlen sich verschaukelt, dass „einem ausländischen Großkonzern Sonderrechte gegenüber den regionalen Einzelhändlern eingeräumt werden“. XXXL bekäme so die Möglichkeit, eine „marktbeherrschende Stellung erreichen“. Folge wären Geschäftsschließungen.

Schaden für Einzelhandel

Auch für die Göttinger Händlergemeinschaft Pro City ist das eine Ungleichbehandlung zum Nachteil der Innenstadt-Geschäfte, aber auch vorhandener Mitbewerber. „Das darf es nicht geben“, sagt Frederike Breyer. Sie bezieht sich in der Begründung auch auf das Gutachten von „Bulwiengesa“, das im Gegensatz zum von Investorseite beauftragten GMA-Gutachten, eine Ansiedlung in der Größe für nicht verträglich hält.

Im Bauausschuss

Das Thema ist am Donnerstag, 19. Mai, im Bauausschuss auf der Tagesordnung. Generell muss der Stadtrat die Änderung des Einzelhandelskonzepts, um das jahrelang gerungen worden war, absegnen. Später wäre eine Änderung des Bebauungs- und Flächennutzungsplans nötig, erst dann könnte XXXL westlich der Autobahn-Abfahrt Göttingen bauen. Die Händler haben über Pro City hat eine Stellungnahme eingebracht und sich für die Begrenzung der Flächen mit City-Sortimenten eingesetzt.

Einzelhandelskonzept

„Wir sind für Projekte, die die Region und Göttingen als Oberzentrum stärken.“ Aber am Einzelhandelskonzept dürfe nicht gerüttelt werden. „Es muss verbindlich eingehalten werden.“ Nur dann könnte es als Orientierung für Investoren und als Schutz für die City wirken, betont Frederike Breyer.

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