Yesterday-Tour: „Falsche“ Beatles überzeugen das Göttinger Publikum

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„Sgt. Pepper“ in der Göttinger Stadthalle: Diese vier Musiker begeisterten das Publikum mit den populärsten Songs der „Fab Four“.

Göttingen. Als ob die Beatles wieder auferstanden wären - so kam es den leider nur 180 Zuhörern in der Stadthalle wohl vor, nachdem sie das Konzert von "Fab Four" gehört hatten.

Diese vier Musiker – Eris Paisley alias John Lennon Cyril Laurent alias Paul McCartney, Billy Shears alias Ringo Starr, Mike Wilbury alias Georg Harrison – wurden nach einem internationalen Casting für die Show „Yesterday – a tribute to the Beatles“ auserwählt, touren nun durch mehrere deutsche Städte und machten auch Halt in Südniedersachsen.

Durchschnittalter über 60

Die „Fab Four“ kamen im ersten Set in bunten Kostümen auf die Bühne, bekannt vom Album „Sgt. Pepper’s lonely hearts club band“, gemeinhin das „beste Popalbum aller Zeiten“, das achte der Beatles, die die Rock- und Popmusik so nachhaltig geprägt haben wie bis heute keine andere Band. Daraus spielten sie das Eingangsstück mit demselbem Titel wie das Album, aber auch so bekannte Songs wie „Lucy in the sky with diamonds“, „When I’m sixty-four, „Getting better“ oder auch „A day in the life“.

Gleichwohl wollte da noch nicht so recht der Funke auf das Publikum überspringen, was möglicherweise auch daran lag, dass diese Songs nicht ohne bombastisches Playback auskamen. Doch schon bei diesen Stücken tat sich vor allem Eris Paisley alias John Lennon hervor, der kaum vom Original in Stimme und Aussehen zu unterscheiden war. Durch das häufig zu laute Playback gingen die Instrumente der vier Musiker in einigen Songs fast unter.

Im zweiten Set hielt es einige Zuhörer nicht mehr auf ihren Sitzen, sie tanzten munter drauflos, konnten ihre Beine bei Songs wie „Roll, over Beethoven“, „A hard days night“, „She loves you“ aus den Anfangsjahren der Liverpooler Pilzköpfe nicht mehr stillhalten. „Als wir aufgefordert wurden mitzumachen, war dieses Konzert nicht nur toll – es hat richtig Spaß gemacht“, meinte der 59-jährige Duderstädter Jürgen Rode. Bei diesen frühen Beatles-Songs zeigten die vier Musiker ihr Können an ihren Gitarren und am Schlagzeug. Gänzlich wurde hier auf Playback verzichtet, was bei so manchem Zuhörer – im Schnitt dürfte das Alter bei weit über 60 Jahren gelegen haben – ein Gänsehaut-Feeling verursachte, zumal auch die Akustik gut zur Geltung kam.

Wunderschöne ruhige Songs

Wunderschön aber auch die ruhigen Songs, als Cyril Laurent alias Paul McCartney allein auf dem Barhocker, sich selbst auf der Gitarre begleitend, „Yesterday“ sang, Mike Wilbury den von George Harrison komponierten Song „While my guitar gently weeps“ und Eris Paisley alias John Lennon „Julia“ interpretierten.

Da blieb es nicht aus, dass das in Nostalgie schwelgende Publikum enthusiastisch eine Zugabe forderte und sie auch bekam. Bei „Let it be“ und „Hey Jude“ dürften einige Zuhörer sicherlich die eine oder andere Träne verdrückt und überaus zufrieden nach einem gelungenen Abend wenn auch mit den „falschen“ Beatles den Heimweg angetreten haben. 

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