Bis 2020/21 werden 300 Arbeitsplätze abgebaut

Zeiss bleibt hart: Nur noch 270 Arbeitsplätze in der Uni-Stadt

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Carl Zeiss Microscopy in Göttingen: Das Unternehmen baut 300 Arbeitsplätze in der Uni-Stadt ab. 

Göttingen. Die Zeiss-Geschäftsführung bleibt ihrer harten Haltung. Bis 2020/21 sollen am Standort Göttingen 300 Arbeitsplätze abgebaut werden. 

In der Uni-Stadt verbleiben nach Unternehmensangaben rund 270 Jobs. Das wurde den Mitarbeitern des Unternehmens am Mittwoch bei einer Betriebsversammlung im Göttinger Werk von Zeiss Microscopy mitgeteilt. Der Betriebsrat hatte zusammen mit der IG Metall im Frühjahr ein Konzept zur Rettung der Arbeitsplätze vorgelegt. Im September vergangenen Jahres waren die Pläne für den Jobabbau bekannt geworden.

Laut Zeiss wurde ein Sozialplan vereinbart. Alle festangestellten Mitarbeiter erhalten ein Angebot für eine weitere Beschäftigung innerhalb der Zeiss-Gruppe.

Aktualisiert um 17.55 Uhr

Grund für den Abbau in Göttingen ist laut Unternehmensleitung ein Zukunftskonzept für den Geschäftsbereich Microskopy. Dazu werden Entwicklung, Produktion, Vertrieb und Marketing neu geordnet. Die Neuaufstellung führt an allen Standorten des Unternehmensbereichs zu Veränderungen – vor allem am Standort Göttingen: Dort wird Zeiss die Fertigungsbereiche mit insgesamt rund 270 Arbeitsplätzen künftig in der „Carl Zeiss CMP GmbH“ innerhalb des zentralen ZEISS Fertigungsnetzwerks weiterführen. Für den Fertigungsstandort wurde ein Standortentwicklungstarifvertrag abgeschlossen, der auf die „Zukunfts- und Wettbewerbsfähigkeit des Standorts“ abzielt. Die Zeiss-Unternehmensleitung kündigt an, dass in Göttingen in den nächsten fünf Jahren etwa fünf Millionen Euro in neue Maschinen, Anlagen und moderne Fertigungsprozesse sowie in die Infrastruktur investiert werden. Das Unternehmen prüft Optionen für mögliche Standortalternativen in Göttingen. Dazu sei Zeiss in Gesprächen mit der Stadtverwaltung.

„Die restlichen Bereiche des Unternehmensbereichs Microscopy in Göttingen werden stufenweise nach Jena und Oberkochen umziehen“, heißt es in einer Mitteilung. Diese Verlagerungen wurden laut Zeiss für einen besseren Knowhow-Transfer sowie für eine sozialverträgliche Umsetzung zeitlich gestreckt und werden laut Unternehmensleitung 2020/21 abgeschlossen sein.

Das sagt Manfred Zaffke von der IG Metall:

Einige Verbesserungen wurden erzielt Manfred Zaffke, Erster Bevollmächtigter der IG Metall Südniedersachsen-Harz, war nach der Betriebsversammlung bei Zeiss am Mittwoch ziemlich enttäuscht: „Es ist bitter, dass es nicht gelungen ist, das Unternehmen von seinem Plan abzubringen.“ Gleichzeitig betonte er, dass es gelungen sei, einige Verbesserungen zu erreichen. So sei der Zeitplan für den Jobabbau am Göttinger Zeiss-Werk deutlich gestreckt worden. Außerdem habe die IG Metall einen Standortentwicklungstarifvertrag für Göttingen abschließen können, der Sicherheit für die verbleibenden Mitarbeiter bieten soll. Zaffke berichtete, dass für jede Abteilung des Göttinger Zeiss-Werks konkrete Pläne für die Abbau aufgestellt wurden. Diese werden in den nächsten Tagen intern veröffentlicht.

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