Zeissianer in Göttingen streiken gegen Entlassungen

Mit Westen und Fahnen: Etwa 250 Mitarbeiter von Carl Zeiss Microscopy beteiligten sich an den Streiks für bessere Mitarbeiterkonditionen und gegen Kündigungen. Foto: von Polier

Göttingen. Mit einem Warnstreik bei Carl Zeiss haben am Donnerstag etwa 250 Mitarbeiter für eine Erhöhung ihrer Gehälter, tarifliche Bildungsteilzeit und bessere Altersteilzeit demonstriert.

Die Mitarbeiter versammelten sich aber vor allem, um gegen ein „übergeordnetes Problem“ zu demonstrieren, wie Martina Ditzell, 2. Bevollmächtigte der IG Metall Süd-Niedersachsen-Harz, berichtete. Dabei ging es um die 2014 vom Konzern angekündigte Entlassung von etwa 75 Mitarbeitern aus Produktion und Verwaltung des Unternehmens. Im Göttinger Werk sind etwa 650 Mitarbeiter beschäftigt.

„Wir werden richtig beißen und für diesen Standort kämpfen“, sagte der Vorsitzende des Betriebsrats, Torsten Dreyer. Das Problem sei, dass der Konzern sich zu einem früheren Zeitpunkt eine Marktexpansion gewünscht, die Mikroskopiegruppe aber nicht genügend Umsatz und Gewinn erwirtschaftet habe. Hintergrund seien unter anderem gesunkene Forschungsetats in den USA und China, wie aus Unternehmenskreisen zu hören war.

Profitabilität steigern 

Durch Einsparungen von weltweit 300 Arbeitsplätzen solle die Wettbewerbsfähigkeit und somit auch Profitabilität des Unternehmens gesteigert werden. In Deutschland sollen 150 Stellen gestrichen werden, den Löwenanteil tragen dabei die Standorte Göttingen und Oberkochen in Baden-Württemberg. Rund drei Viertel der geplanten Einsparungen sollen aber über Material- und Sachkostensenkungen realisiert werden, wie beispielsweise im Einkauf und durch Verbesserungen der Bestände, teilte das Unternehmen mit.

Weitere Streiks am Freitag 

Am Freitag soll die Warnstreikwelle der IG Metall weiterrollen. Dann wollen Mitarbeiter in 13 Betrieben in Südniedersachsen in den Ausstand treten. Geplant sind Kundgebungen unter anderem um 11 Uhr vor dem Sartorius College in Göttingen, um 12 Uhr vor Haendler & Natermann in Hann. Münden, um 13 Uhr bei Metallumform in Hann. Münden sowie um 12 Uhr bei Piller in Osterode. Nächste Woche sollen dann Warnstreiks in zehn weiteren Betrieben folgen.

Von Jürgen von Polier

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