Zell-Kraftwerken auf der Spur: Wissenschaftler erforschten Mitochondrien

Sie erforschten die Kraftwerke in den Zellen: (von links) Daryna Tarasenko, Michael Meinecke, Mariam Barbot, Niels Denkert und Benjamin Kroppe. Foto: privat

Göttingen. Mitochondrien sind die Kraftwerke der Zellen. Sie produzieren einen Großteil der Energie, die Tiere und Pflanzen zum Leben benötigen. Göttinger Wissenschaftler haben winzigen Zellbestandteile erforscht.

Um ihre Arbeit leisten zu können, besitzen die Mitochondrien eine besondere Struktur: In ihrem Inneren befindet sich eine stark gefaltete Membran. Eine Forschungsgruppe unter der Leitung von Prof. Dr. Michael Meinecke, European Neuroscience Institute Göttingen (ENIG) und Mitglied im Göttinger Zentrum für Molekulare Biowissenschaften (GZMB), hat nun ein Protein entdeckt, das bei dieser Faltung eine wichtige Rolle spielt. Die Forschungsergebnisse sind in der renommierten englischsprachigen Fachzeitschrift „Cell Metabolism“ erschienen, berichtet die Universitätsmedizin Göttingen.

Einige hundert Mitochondrien gibt es durchschnittlich in jeder Zelle. Sie haben gleich mehrere Aufgaben: Sie stellen mit Adenosintriphosphat den wichtigsten Energieträger in Zellen her. Außerdem produzieren sie eine Vielzahl von Proteinen und andere chemische Verbindungen, die für die Zelle unverzichtbar sind.

Wie wichtig die besondere Gestalt der inneren Mitochondrienmembran ist, zeigt sich, wenn die Faltung gestört ist: Eine solche Veränderung löst in Zellen oft den programmierten Zelltod aus, die Zellen sterben. Bisher war wenig darüber bekannt, welche Faktoren und Mechanismen die Faltung der Membran steuern. „Wir haben herausgefunden, dass das Protein Mic10 die Form von Membranen verändern kann und wie es in den Mitochondrien die Faltenbildung steuert“, sagt Prof. Dr. Michael Meinecke, Senior-Autor der Publikation und Leiter der Forschergruppe „Molecular Membrane Biology“.

Die neuen Erkenntnisse über bringen nicht nur Licht ins Dunkel der Mitochondrien. Auch Membranen in anderen Zellbestandteilen zeigen besondere Formen. Meist ist nur wenig darüber bekannt, wie diese zustande kommen.

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