Zentralmensa wurde zum Wohnzimmer

Protest gegen Mieterhöhung in Göttinger Wohnheimen

Foyer der Göttinger Zentralmensa wurde zum Wohnzimmer: Die Wohnraumintiative machte am Montag auf steigende Mieten für Plätze in Wohnheimen aufmerksam. Foto: Schlegel

Göttingen. Mit einer ungewöhnlichen Aktion hat am Montag die Göttinger Wohnrauminitiative gegen steigende Mieten in den Wohnheimen des Studentenwerks protestiert.

Die Mitglieder der Initiative hatten Teppiche, Läufer, Wohnzimmertische und -lampen sowie Sofas mitgebracht, um es sich richtig bequem zu machen. Außerdem gab es Tee und frisch aufgebrühten Kaffee.

Hintergrund für die Aktion in der Zentralmensa sind neue Mietverträge, die Bewohner bis zum 23. Januar unterschreiben sollen. Sonst droht das Ende der Mietverhältnisse.

„Diese Mietverträge bergen Erhöhungen von bis zu 50 Prozent“, sagt die Wohnrauminitiative. Sie versteht die Erhöhungen als einen „Angriff auf bezahlbaren Wohnraum“ und lehnt die Unterzeichnung der Neuverträge ab. „Die wirtschaftliche Unfähigkeit des Studentenwerks auszubaden, kann nicht Aufgabe der Studierenden sein“, heißt es in einem Flyer.

Das Studentenwerk weist die Vorwurfe zurück. Hintergrund für die Erhöhung sind nach Angaben der Stiftung öffentlichen Rechts erhebliche Sanierungslasten, die auf den Wohnheimen lasten. Durchschnittlich seien die Mieten um 37 Euro angehoben worden. Es sind laut Studentenwerk lediglich Mietverträge betroffen, die nach dem 1. Januar neu geschlossen werden.

Nach Angaben des Studentenwerks sollen insgesamt 31,6 Millionen Euro bis 2021 in den Bereich studentisches Wohnen fließen, 16 Millionen Euro in den Bereichen Mensen und Cafeterien. „Etwas mehr als die Hälfte der Gesamtinvestitionssumme muss durch Kreditaufnahmen finanziert werden“, sagt Pressesprecherin Anett Reyer-Günther. Das Studentenwerk verfügt über einen höchst unterschiedlichen Gebäudebestand mit etwa 100 Objekten. Die Häuser wurden zwischen 1775 und den 1980er-Jahren gebaut.

Beitrag für Studentenwerk

Zum Sommersemester 2017 steigt der Studentenwerksbeitrag um 15 auf künftig 77 Euro. Dieser Mehrbetrag wird nach Darstellung von Professor Jörg Magull, Geschäftsführendes Vorstandsmitglied des Studentenwerks, für die Sanierung der Nordmensa benötigt.

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