Peta: Elefanten leiden unter rücksichtsloser Haltung

Zirkus Knie wehrt sich gegen Quälerei-Vorwürfe

In der Kritik: Elefantentrainer Elvis Errani vom Zirkus Charles Knie. Foto: Archiv

Göttingen. Angesichts des Freitag beginnenden Gastspiels des Zirkus Charles Knie in Göttingen, kritisiert Peta die Göttinger Stadtverwaltung, weil sie den Zirkus in Göttingen genehmigt hat.

Die Tierrechtsorganisation wirft dem Zirkus einen rücksichtslosen und tierquälerischen Umgang mit den Elefanten vor. Der Zirkusbetrieb und sein derzeitiger Elefantentrainer Elvis Errani stehen schon lange in der Kritik von Peta (“People for the Ethical Treatment of Animals“ - deutsch: „Menschen für die ethische Behandlung von Tieren“).

Auf seiner letztjährigen Tournee besuchte der Zirkus in acht Monaten 43 Städte - oftmals nur für drei Tage. Was den Vorwurf laut werden lässt, dass die Elefanten zwischen den häufigen Ortswechseln bis zu 16 Stunden auf den Lkw-Transportern bleiben müssen. Laut Peta würden die Elefanten unter den langen Transporten und der „rücksichtslosen Tierhaltung“ im Zirkus Knie leiden, sie seien über Nacht angekettet und gegen den Elefantentrainer stünde noch eine Gerichtsentscheidung vor dem Amtsgericht Darmstadt aus.

Eine völlig andere Sicht auf die Dinge hat naturgemäß der Zirkus Charles Knie. Die Tiere haben es nach Darstellung von Pressesprecher Patrick Adolph gut. Er erklärt, dass es für Elefanten normal sei, sich für Wochen nicht hinzulegen. Die Kritik von Peta „entbehre jeglicher Grundlage“.

Es käme nur in Ausnahmefällen vor, dass die Elefanten bei langen Distanzen zwischen zwei Gastspielorten länger als üblich auf dem Transportwagen verbleiben müssen. Was jedoch kein Problem für die großen Tiere sei: „Der Transportwagen bietet ihnen ausreichenden Bewegungsraum.“

Zwar würden die Elefanten über Nacht von 23 bis 8 Uhr Uhr fixiert, doch sei dies vom Gesetz vorgegeben und die Fixierung schränke die Tiere „nicht negativ in ihrer Bewegung ein. Weiter erläutert Adolph, es sei „unwahr, dass gegen den Elefantentrainer des Zirkus Charles Knie in Darmstadt ein Verfahren wegen Tierquälerei“ laufe. Der Sachverhalt konnte allerdings trotz HNA-Nachfrage nicht abschließend aufgeklärt werden, da der zuständige Sachbearbeiter nicht zu erreichen ist, teilte der Pressesprecher des Amtsgerichts Darmstadt, Dr. Günther Ganster, mit.

Wegen angeblicher Missstände in der Elefantenhaltung hatte Peta den Zirkus Charles Knie 2012 in mehreren Städten angezeigt. Nach Aussage von Peta hätten „dutzende Städte“ den Zirkussen mit Wildtieren ein Gastspiel untersagt.

Adolph erklärt hingegen, dass „die geplanten Verbote aufgrund der derzeitigen gültigen Rechtslage wieder zurückgenommen“ worden seien. „Wir haben nichts zu verbergen, bei uns ist alles offen, und wir zeigen jedem gerne, wie die Tiere bei uns untergebracht sind“, lädt Adolph Tierschützer und Interessierte zu einem Blick hinter die Kulissen ein.

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