Als Geschenksendung

Zoll findet Schwarzbären-Fell in Paket für Kind

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Sollte als Geschenk an ein zweijähriges Mädchen gehen: Der Zoll entdeckte ein Paket mit Fell und Kopf eines Schwarzbären. 

Einen ungewöhnlichen Fund machte der Zoll in einem Paket, das an ein zweijähriges Mädchen gehen sollte. 

Die Beamten fanden darin das Fell mit Kopf eines Schwarzbären, der streng geschützt ist. Das verbotene Geschenk sollte ein Geburtstagsgeschenk aus Kanada für das Mädchen aus dem Raum Wolfsburg sein. Aufgegeben hatte das Paket ein Ehepaar in Kanada. Laut Zollerklärung sollte es sich um eine Geschenksendung mit einem „Teddy“ und einer „Decke“ handeln.

Im Gegensatz zu den inzwischen üblichen betrügerischen Geschenksendungen war dieses riesige Geschenkpaket sogar mit einer Grußkarte versehen. Leider kippte die gute Stimmung bei dem Abholer schnell, als das Paket geöffnet wurde und die vermeintliche „Kuscheldecke“ zum Vorschein kam: Die zuständige Zollbeamtin entdeckte ein Schwarzbärenfell.

Der Abholer erklärte, dass seine Tochter so gern Bären möge. Deshalb wollten ihre die Bekannten aus Kanada ihr zum Geburtstag eine Freude machen.

„Tatsächlich hätte ein klassischer Teddybär allen Beteiligten mehr Freude bereitet – natürlich einschließlich des erlegten Schwarzbären“, sagt Pressesprecher Andreas Löhde vom Hauptzollamt Braunschweig zu dem Fall. Der tote Schwarzbär wurde von dem Zollamt Wolfsburg beschlagnahmt und wird die junge Adressatin ohne die erforderlichen Dokumente vermutlich nie erreichen. Ob weitere rechtliche Schritte folgen, wird derzeit noch geklärt.

Schwärzbären sind geschützt

Schwarzbären sind durch das Washingtoner Artenschutzübereinkommen besonders geschützt. Dieses Abkommen umfasst aktuell etwa 5600 Tier- und 30 000 Pflanzenarten, die gefährdet sind.

Tiere sowie Pflanzen, die dem Washingtoner Artenschutzübereinkommen unterliegen und die jeweiligen Waren aus ihnen, dürfen nur in Ausnahmefällen und mit besonderen Dokumenten in die Europäische Union eingeführt werden. Dabei gilt in der Regel, dass Genehmigungen des Ausfuhr- sowie des Einfuhrlandes benötigt werden.

Die Genehmigungen werden in Deutschland grundsätzlich durch das Bundesamt für Naturschutz vergeben. Der illegale Handel mit streng geschützten Arten des Washingtoner Artenschutzübereinkommens kann nach dem Bundesnaturschutzgesetz mit einer Freiheitsstrafe von bis zu fünf Jahren bestraft werden, bei besonders geschützten Arten drohen bis zu drei Jahren Haft.

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