Verdienst im Friseurhandwerk

Zoll: Mindestlohn ist nicht gleich Mindestlohn

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Der Zoll: Die Beamten überprüfen die Einhaltung der Mindestlohn-Standards.

Mindestlohn ist nicht gleich Mindestlohn. Dieser Erfahrung musste ein Friseurbetrieb aus dem Bereich Göttingen bei einer Kontrolle durch den Zoll machen.

Die Behörde überprüft bundesweit die Einhaltung der Mindestlohn-Standards. Je nach Branche ist der Betrag aber unterschiedlich. Der allgemeine Mindestlohn liegt bei 9,35 Euro. Für das Friseurhandwerk müssen je nach Qualifikation der Mitarbeiter zwischen zehn und 16,30 Euro je Stunde bezahlt werden.

Hier einige weitere Beispiele: Im Baugewerbe liegt der Mindestlohn laut Deutschem Gewerkschaftsbund (ohne Gewähr) bei mindestens 12,20 Euro pro Stunde, im Dachdeckerhandwerk müssen mindestens 12,40 Euro je Stunde gezahlt werden, im Elektrohandwerk 11,90 Euro. In der Gebäudereinigung sind 10,80 Euro (West) beziehungsweise 10,55 Euro (Ost) festgelegt worden. Die Branchen-Mindestlöhne für Geld- und Wertdienste liegen derzeit zwischen 12,16 Euro pro Stunde und 18 Euro pro Stunde. In der Pflegebranche müssen 11,35 Euro (West) und 10,85 Euro (Ost) gezahlt werden – im Gerüstbauerhandwerk 11,88 Euro.

Eine spezielle Regelung gibt es für das Maler- und Lackiererhandwerk: Ungelernte Arbeiter in der Branche mit etwa 115 000 Beschäftigten erhalten seit Mai 2019 mindestens 11,10 Euro. Für Gesellen (Ost) liegt der Mindestlohn seither bei 12,95 Euro. Der Mindestlohn für Gesellen im Westen beträgt 13,30 Euro. Die nächste Erhöhung steht dann im Mai 2020 an. Ab dann erhalten ungelernte Arbeiter einen Mindestlohn von 11,10 Euro. Gesellen erhalten dann bundeseinheitlich 13,50 Euro.

„Wenn es einen Mindestlohn gibt, müssen wir auch prüfen, ob er gezahlt wird und wenn die Arbeitgeber wissen, dass wir prüfen, haben sie einen zusätzlichen Anreiz, faire Löhne zu zählen“, macht Pressesprecher Andreas Löhde vom zuständigen Hauptzollamt Braunschweig deutlich.

Insgesamt hatten die Kontrolleure bei ihrer Aktion in dieser Woche 133 Betriebe mit mehr als 350 Beschäftigten in den Bereichen Göttingen, Hildesheim, Wolfsburg und Helmstadt unter die Lupe genommen. Bei 37 insgesamt geprüften Arbeitnehmen sind jetzt weitere Nachprüfungen des Zolls erforderlich.

So gibt es in einigen Fällen den Verdacht auf Schwarzarbeit. In sieben Fällen sollen die Beschäftigten Leistungen aus den Sozialkassen bezogen haben, ohne ihre Beschäftigung offiziell gemeldet zu haben. 

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