2379 Strafverfahren

Zoll sagt Schwarzarbeit den Kampf an: Für Südniedersachsen zuständiges Amt nahm 1,6 Milliarden Euro ein

Abzeichen des deutschen Zolls
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Der Zoll machte im vergangenen Jahr 725 Arbeitgeberprüfungen zum Thema Schwarzarbeit. (Symbolbild)

Der Niedersächsische Zoll zieht Bilanz: im Jahr 2020 nahm das Hauptzollamt Braunschweig unter anderem mehr als eine Milliarde Euro an Steuern ein und ging gegen Schwarzarbeit vor.

Göttingen/Braunschweig – Das ist eine beeindruckende Bilanz: Steuereinnahmen von mehr als 1,6 Milliarden Euro verbuchte das für Südniedersachsen zuständige Hauptzollamt Braunschweig im vergangenen Jahr. Es hat sich zum Ziel gesetzt, die Schwarzarbeit weiter zu bekämpfen.

Allein im Bereich der Schwarzarbeit gab es im vergangenen Jahr 725 Arbeitgeberprüfungen. Besonders im Fokus standen dabei das Baugewerbe, Speditions-, Transport- und Logistikbranche sowie das Reinigungsgewerbe.

Zoll in Niedersachsen: Schwarzarbeit im Visier

Zudem nahmen die Ermittler organisierte Formen der Schwarzarbeit ins Visier. Dabei versuchen die Täter durch unübersichtliche Firmengeflechte, die Schwarzlohnzahlungen über Scheinrechnungen zu verschleiern.

Die Fahnder leiteten insgesamt 2379 Strafverfahren und 469 Ordnungswidrigkeitenverfahren ein. 2216 Strafverfahren wurden abgeschlossen. Dabei kamen vor Gericht Geldstrafen in Höhe von 494 755 Euro zusammen.

Gegen Beschuldigte wurden zudem Freiheitsstrafen in Höhe von insgesamt 22 Jahren verhängt. Der aufgedeckte Schaden durch die Schwarzarbeit belief sich auf 6,6 Millionen Euro.

Zoll in Niedersachsen: 4,1 Millionen Warensendungen

Viel Arbeit hatten die Beamten der Zollämter in Göttingen, Braunschweig, Goslar, Helmstedt, Hildesheim und Wolfsburg mit den mehr als 4,1 Millionen Warensendungen, die abgefertigt wurden. Darunter waren mehr als 1.3 Millionen Einfuhren – plus zwölf Prozent im Vergleich zu 2019. Dabei nahmen die Beamten für die Europäische Union knapp 51 Millionen Euro an Zöllen ein.

Die Zoll-Mitarbeiter nahmen zudem 1,6 Milliarden Euro an Steuern ein, darunter die Einfuhrumsatzsteuer für den Warenimport (fast 900 Millionen Euro), Stromsteuer (mehr als 225 Millionen Euro) und Kfz-Steuer (221 Millionen Euro).

Zoll in Niedersachsen: 175 000 Vollstreckungen

Der Zoll wurde aber auch für andere Dienststellen, zum Beispiel für die Agentur für Arbeit, die Krankenkassen und Berufsgenossen, tätig. So hatten die Beamten mehr als 175 000 Vollstreckungen von säumigen Zahlern zu bearbeiten. Dadurch kamen mehr als 65 Millionen Euro zusammen.

Insgesamt 565 Zöllnerinnen und Zöllner sind beim Hauptzollamt Braunschweig täglich im Einsatz, um Steuereinahmen zu sichern, den Wirtschaftsstandort Deutschland zu fördern und die Sozialsysteme zu stabileren. Sie schützen unter anderem die Wirtschaft vor Wettbewerbsverzerrungen und die Verbraucher vor mangelhaften Waren aus dem Ausland. (Bernd Schlegel)

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