Deutsche Bahn verspricht Verbesserungen

Zugausfälle in Südniedersachsen: Pro Bahn fordert Notfahrplan

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Ein roter Triebwagen der Harz-Weser-Bahn in Northeim: Pro Bahn beklagt Zugausfälle.

Göttingen/Northeim. Pro Bahn klagt über „zahlreiche Zugausfälle“ im Harz-Weser-Netz von DB Regio. Deshalb fordert der Fahrgastverband einen Notfahrplan. Die Bahn sieht dafür keinen Anlass und verspricht kurzfristig Verbesserungen.

In den vergangenen Tagen sind in Südniedersachsen nach Angaben von Pro Bahn eine ganze Reihe der roten Triebwagen kurzfristig ausgefallen. Betroffen waren unter anderem die Strecken zwischen Göttingen und Bad Harzburg, zwischen Göttingen und Herzberg sowie zwischen Herzberg und Bodenfelde. Grund ist laut Pro Bahn neben technischen Problemen an den Strecken und Fahrzeugen ein akuter Mangel an Lokführern.

Pro Bahn-Regionalvorsitzender Michael Reinboth beklagt: „Dass Züge ausfallen, ist schlimm genug und wirft ein schlechtes Licht auf den Zustand des öffentlichen Personenverkehrs bei uns. Es ist noch nicht einmal ersichtlich, ob wenigstens Ersatzbusse fahren.“ Laut Reinboth können sich die Fahrgäste auf „nichts mehr verlassen und auf nichts einstellen“.

Deshalb fordert Pro Bahn einen „Notfahrplan“, der vorübergehend gilt. Der Fahrgastverband hat sich deshalb direkt an DB Regio gewandt und vorgeschlagen, den ab September ohnehin vorgesehenen Baufahrplan der Regionalbahn 82, der einen Stundentakt zwischen Kreiensen und Bad Harzburg und den Ausfall der Züge zwischen Kreiensen und Göttingen vorsieht, schon ab kommender Woche in Kraft zu setzen.

Bahn-Pressesprecher Egbert Meyer-Lovis bestätigte die Zugausfälle. Diese bewegten sich aber auf ganz niedrigem Niveau. Grund für die Probleme waren kurzfristige Krankmeldungen von Lokführern.

Ausbildung neuer Lokführer

Trotzdem: „Jeder Zugausfall ist einer zuviel“, macht er deutlich. Meyer-Lovis verspricht, dass es an diesem Wochenende keine Ausfälle gibt. Um das Problem in den Griff zu bekommen, bildet die Bahn derzeit verstärkt Nachwuchs-Lokführer aus.

„Wir erwarten zudem eine Entspannung in den Sommerferien“, sagt Meyer-Lovis. Hintergrund sind Bauarbeiten zwischen Braunschweig und Wolfenbüttel mit Schienenersatzverkehr. „Dadurch werden Kapazitäten frei.“ Deshalb werde es auch keinen Notfahrplan in Südniedersachsen geben.

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