E-Roller immer beliebter

Yoio oder Bird: Rennen um E-Scooter-Kunden in Göttingen - So schneiden die Anbieter ab

E-Roller „Bird“
+
Herausforderer: Der Anbieter für E-Roller „Bird“ deckt auch Randbereiche in Göttingen ab.

Immer mehr E-Scooter sind auf deutschen Straßen zu sehen. Zwei Anbieter konkurrieren nun auch in Göttingen auf dem Gebiet der Elektromobilität.

  • Immer mehr E-Scooter können in Stadtgebieten genutzt werden.
  • Die Elektroroller-Betreiber „Bird“ und „Yoio“ konkurrieren um Kunden in Göttingen.
  • Die Einsatzgebiete der E-Roller wird immer größer.

Göttingen – Fast unbemerkt von der Öffentlichkeit ist in Göttingen ein Rennen um Elektromobilität gestartet – um die E-Scooter-Nutzung. Gegeneinander treten an: der heimische Platzhirsch „Yoio“ und der Herausforderer „Bird“.

E-Scooter in Göttingen: „Yoio“ ist der Platzhirsch

In Großstädten wie Hannover oder Berlin gehören die Gefährte, die mit Elektroantrieb unterwegs sind, seit dem vergangenen Jahr zum Alltagsbild. In Göttingen startete „Yoio“ im März 2020 mit 100 Scootern im Stadtgebiet. Kürzlich ist Herausforderer „Bird“ hinzugekommen – und will dem Platzhirsch Marktanteile abjagen. In der App werden etwa 50 verfügbare „Birds“ angezeigt.

„Yoio“ ist ein Gemeinschaftsprojekt des CarSharing-Anbieters YourCar und der Stadtwerke Göttingen. Im Zusammenspiel mit dem Carsharing-Angebot von YourCar hoffen die Betreiber, dass das E-Scooter-Angebot dazu beiträgt, den Besitz von privaten Autos in Göttingen zu reduzieren. Der Nutzer kann mit dem E-Scooter zum YourCar-Auto fahren, den Scooter an geeigneter Stelle vor Ort abstellen und dann seine Fahrt mit dem Carsharing-Fahrzeug fortsetzen, so die Idee.

Nach Kassel jetzt auch in Göttingen: „Bird“ möchte den E-Scooter-Markt aufmischen

Hinter „Bird“ steckt eine gleichnamige US-Firma. Die kleinen Flitzer sollen helfen, „kurze Wege, die immer noch zu einem großen Teil mit dem Pkw zurückgelegt werden, zu verlagern“, wie das im kalifornischen Santa Monica ansässige Unternehmen über sein Geschäftsmodell sagt. Die schwarz-weißen E-Roller gibt es in mehr als 100 Städten. Anfang des Jahres hatte der Konzern das Berliner Start-up „Circ“ übernommen. Seither wird kräftig expandiert, so ist „Bird“ inzwischen auch in Kassel vertreten und tritt dort ebenfalls gegen einen heimischen Konkurrenten an, ähnlich wie in Göttingen.

Platzhirsch: Bei „Yoio“ ist der Minutenpreis für die E-Scooter günstiger als beim Mitbewerber.

E-Scooter: So funktioniert die Leihe - Mit „Bird“ kommt man in Göttingen weiter als mit „Yoio“

Das ist in beiden Fällen gleich einfach. Zunächst muss eine App auf dem Smartphone installiert werden. Nach der Registrierung kann mit dem Programm ein QR-Code an dem E-Scooter, den man benutzen will, gescannt werden. Über die App erfährt man auch, welche Reichweite der Akku des Scooters noch bietet. Außerdem muss man in beiden Fällen 18 Jahre alt sein, um die Roller nutzen zu dürfen.

Bei den Einsatzgebieten in Göttingen hat aktuell „Bird“ eindeutig die Nase vorn. Während sich „Yoio“ auf die Innenstadtbereiche beschränkt und Teile von Grone, Weende und Geismar auslässt, kann der Herausforderer gerade in den Randbereichen punkten und stellt beispielsweise in der Nähe eines Schnellrestaurants in Grone gern gleich mehrere Exemplare auf.

Kosten der E-Scooter in Göttingen: Auch mit Strafgebühren muss gerechnet werden

Wer den E-Scooter außerhalb der in der App ausgewiesenen Bereiche abstellt, muss mit Strafgebühren rechnen. Außerdem dürfen die Scooter in bestimmten Bereichen, zum Beispiel in der Fußgängerzone in Göttingen, nicht abgestellt werden. Die Scooter werden ständig per GPS überwacht.

Bei den Kosten ist wiederum Platzhirsch „Yoio“ günstiger. Bei beiden Anbietern fällt eine Grundgebühr von einem Euro bei der Freischaltung des Rollers an. Hinzu kommt eine Minutengebühr von 15 Cent bei „Yoio“. „Bird“ verlangt eine Minutengebühr von 19 Cent. Eine 30-Minuten-Tour mit „Yoio“ kostet damit 5,50 Euro, während der Mitbewerber 6,70 Euro verlangt. Bezahlt wird über PayPal oder Kreditkarte.

Fazit: Ist der Markt in Göttingen groß genug für die vielen E-Scooter?

Konkurrenz belebt bekanntlich das Geschäft. Und das ist in Göttingen der Fall. Fraglich ist allerdings, ob der Göttinger Markt für zwei Anbieter groß genug ist. „Yoio“ hat unterdessen angekündigt, sein Angebot ausbauen zu wollen und weitere E-Scooter anzuschaffen. (Bernd Schlegel)

Alkohol und Drogen sind auf den kleinen Flitzern absolut tabu

Wichtig: Alkohol, bestimmte Medikamente und Drogen sind auf einem E-Scooter absolut tabu. Wer dagegen verstößt, muss mit harten Sanktionen wie beim Autofahren rechnen. Denn ein E-Scooter ist rechtlich betrachtet ein Kraftfahrzeug und hat auch ein Mofa-Kennzeichen. Außerdem wird von beiden Anbietern dringend empfohlen, einen Schutzhelm zu tragen.

Der Fahrer darf laut den „Allgemeinen Geschäftsbedingungen“ aufgrund der begrenzten Nutzlast der Scooter maximal 100 Kilogramm wiegen und verpflichtet sich zudem, pfleglich mit den Fahrzeugen umzugehen. Verboten ist außerdem die Nutzung mit zwei Personen.

Weiterhin darf man mit den Flitzern nur im „grünen Nutzungsgebiet“, das auf einer Karte in der App angezeigt wird, unterwegs sein. In den rot angezeigten Parkverbotszonen oder außerhalb des Nutzungsgebiets darf der E-Scooter nicht abgestellt werden. Außerdem ist es verboten, Gehwege, Radwege, Einfahrten oder Durchgänge zu blockieren.

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.