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Demos in Göttingen locken mehrere Hundert Teilnehmer in die Innenstadt

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Von: Thomas Kopietz

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„Vielfalt statt Asphalt“ - Die Aussagen der Transparente vor dem Auditorium der Uni in Göttingen sind eindeutig: Etwa 300 Menschen, darunter viele Studierende und Lehrende, demonstrieren dort am Samstag, 10. Dezember, für Artenvielfalt und gegen das Artensterben.
„Vielfalt statt Asphalt“ - Die Aussagen der Transparente vor dem Auditorium der Uni in Göttingen sind eindeutig: Etwa 300 Menschen, darunter viele Studierende und Lehrende, demonstrieren dort am Samstag, 10. Dezember, für Artenvielfalt und gegen das Artensterben. © Thomas Kopietz

Zwei Demonstrationen mit vielen Hundert Demonstranten gab es am Samstag, 10. Dezember, in Göttingen. Beide Demos wurden von der Polizei begleitet. Es gab keine Vorfälle.

Göttingen - Um 12 Uhr versammelten sich am Auditorium der Universität an der Weender Straße in Göttingen etwa 300 Menschen, die für den Erhalt der Artenvielfalt auf unserem Planeten demonstrierten. Die Protestierenden waren zum Großteil Studierende und Lehrende der Uni. Als Teil eines weltweiten Aktionstages wollten sie auf die gegenwärtige Biodiversitätskrise aufmerksam machen. Bis zum 19. Dezember tagt zu diesem Thema eine Konferenz der Vereinten Nationen im kanadischen Montreal.

Der Göttinger Evolutionsbiologe und Leiter des Uni-Museums Forum Wissen, Professor Christoph Bleidorn, warnte dabei vor einem massiven Artensterben. Ein deutliches Krisensymptom sei der Insektenschwund. Ihre Biomasse sei in den vergangenen 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen.

Rund 27 Prozent aller Säugetierarten und 41 Prozent aller Amphibienarten seien vom Aussterben bedroht. Der Verlust der biologischen Vielfalt lasse sich zwar schwer beziffern, da von den mutmaßlich zehn bis 20 Millionen Arten nur etwas mehr als 1,5 Millionen beschrieben seien, sagte Bleidorn. Zudem fehlten Vergleichszahlen früherer Jahrhunderte.

Artensterben: Symptom der Krise ist der Insektenschwund

Ein deutliches Krisensymptom sei jedoch der Insektenschwund. Die Biomasse der Insekten sei in den vergangenen 27 Jahren um 76 Prozent zurückgegangen. 27 Prozent aller Säugetierarten und 41 Prozent aller Amphibienarten seien vom Aussterben bedroht. Das Ausmaß sei mit den fünf großen Massenaussterben der vergangenen 500 Millionen Jahre vergleichbar. Das letzte dieser „Big Five“ sei vor 66 Millionen Jahren vermutlich durch einen Asteroiden-Einschlag verursacht worden

Artensterben: Schnell gesunde Öko-System wiederherstellen

„Wir brauchen international wirksamere Maßnahmen für den Erhalt und die Wiederherstellung von Ökosystemen“, sagte ein Sprecher der Gruppe „Respect for Biodiversity“. Artenvielfalt und gesunde Ökosysteme seien etwa für die Produktion von Nahrungs- und Arzneimitteln sowie für die Regulation des Klimas unverzichtbar. Auch vom BUND formulierte ein Sprecher klare Forderungen. Fazit: So wie bisher darf es nicht weitergehen. Das Artensterben muss schnell gestoppt werden.

Zweite Demo mit Blick auf die angespannte globale politische Lage

Um 13 Uhr begann, ebenfalls vor dem Auditorium, eine Demonstration zu der etwa 250 Menschen kamen. Motto war: „Jin Jiyan Azadi – für den Kampf um Freiheit und Selbstbestimmung“.

Die Demonstrierenden riefen laut Parolen und klare Botschaften wie „Jin, Jiyan Azadi – Frauen, Leben, Freiheit“ und „Hoch die internationale Solidarität“. Bei Zwischenstopps in der Innenstadt gab es Redebeiträge von Akteuren aus verschiedenen Gruppen in unterschiedlichen Sprachen.

Aufhänger für diese Demo war nach Aussagen der Veranstalter insgesamt die angespannte globale politische Lage, die sich in verschiedenen Kriegen und Gewaltexzessen sowie der gewaltsamen Unterschlagung von Revolten gegen Regime äußern.

Protest gegen das Regime im Iran

Im Mittelpunkt der Demo stand der Protest gegen das Regime im Iran, das mit seinen Sicherheitskräften äußerst brutal gegen die Widerstandsbewegungen vorgeht.

Nach der Auftaktkundgebung ging der Zug bis zum Wilhelmsplatz, wo der Abschluss stattfand und nach insgesamt etwa 90 Minuten endete. Aufgerufen hatte das „Transnationale Bündnis für den Kampf um Freiheit“, das sich aus mehreren linken Gruppen in Göttingen zusammengeschlossen hat. (tko/epd)

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