Baptistenkirche und Voigt-Schule:

Zwei Gebäude – viele Ideen und eine alte Kamelle

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Leerstände: Die ehemalige Voigt-Schule und Baptistenkirche (im Hintergrund) in der Bürgerstraße 13 und 15 könnten noch zu Kulturzentren werden. Der Verkauf ist fraglich.

Göttingen. Antworten aus verschiedenen politischen Richtungen kommen auf die wieder offene Frage zur Nutzung der städtischen Gebäude Baptistenkirche und Voigt-Schule in der Bürgerstraße. Und dabei tauchen schon längst verworfene Pläne wieder auf.

Nachdem SPD-Oberbürgermeisterkandidat Rolf-Georg Köhler und Amtsinhaber Wolfgang Meyer (SPD) die Voigt-Schule als städtisches Museum ins Gespräch gebracht hatte, appelliert auch Grünen-Bürgermeisterkandidat Siegfried Lieske dafür, die Nutzung der Baptistenkirche als Kino noch einmal zu prüfen. Noch weiter geht die Linke: OB-Anwärter Dr. Eckhard Fascher und Fraktionsvorsitzender Gerd Nier haben bereits mit Vertretern der Filmkunstfreunde gesprochen, die vor dem Verkaufsbeschluss des Rates leidenschaftlich im Verbund mit anderen Kulturschaffenden für ein weiteres Programmkino in der Baptistenkirche gekämpft hatten.

Fazit des Gesprächs: „Das Kirchenschiff der ehemaligen Baptistenkirche muss Kinosaal werden“, sagt Fascher, für den klar ist, dass beide Gebäude in städtischer Hand bleiben müssen. Und Kollege Nier fordert gar „endlich ein Gesamtkonzept für die Gebäude in der Bürgerstraße, dem alten Gefängnis am Waageplatz, dem Museum am Ritterplan“.

Unschlüssiger zeigt sich Siegfried Lieske: Er schlägt für die Zwischenzeit, bis ein klarer Beschluss für die Bürgerstraße vorliegt, eine kulturelle Nutzung des Schulgebäudes vor. Für ihn ist offen, ob die Grundstücke in städtischem Eigentum bleiben oder verkauft werden sollen.

Eine olle Kamelle kramt derweil Felicitas Oldenburg hervor. Die FDP-Stadtverbandsvorsitzende will zunächst einmal „Schnellschüsse“ wie den Museumsumzug in die Voigt-Schule vermeiden. Sollte es dazu kommen, plädiert sie dafür, „endlich die Möglichkeit eines Landesmuseums für Ethnologie auch für die weltberühmte Thomas-Cook-Sammlung und weitere hochrangige Sammlungen auf die Tagesordnung zu setzen“.

Das Thema ist jedoch lange durch. Die Universität beschäftige sich mit diesem längst in der Versenkung verschwundenen Plan nicht mehr, sagte Sprecher Romas Bielke auf HNA-Anfrage. Im Vordergrund der Uni-Bemühungen steht die Einrichtung eines „Haus des Wissens“ im Gebäude des Zoologischen Instituts am Bahnhof. Mit dem Projekt betraut ist die Zentrale Kustodie um die Leiterin Dr. Marie Luisa Allemeyer. (tko)

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