Gründer der Gesellschaft für bedrohte Völker erhält Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma sowie Ehrenbürgerschaft von Sarajewo

Zwei hohe Ehrungen für Tilman Zülch

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Ausgezeichnet: Tilman Zülch aus Göttingen.

Göttingen. Tilman Zülch erhält den Europäischen Bürgerrechtspreis der Sinti und Roma. Der Generalsekretär und Gründer der Gesellschaft für bedrohte Völker mit Sitz in Göttingen wird für sein besonderes Engagement ausgezeichnet.

Ihm sei es zu verdanken, dass die Sinti und Roma heute eine der vier anerkannten Minderheiten in Deutschland sind, teilte die Jury mit. Die Ehrung findet am Donnerstag in Berlin statt.

Seit den 1970er-Jahren habe er sich in Deutschland und europaweit engagiert für die Sinti und Roma eingesetzt und sich maßgeblich an den Aktionen ihrer Bürgerrechtsbewegung beteiligt, die sich gegen anhaltende Diskriminierung und gesellschaftliche Ausgrenzung richtete.

Der Europäische Bürgerrechtspreis ist mit 15.000 Euro dotiert und wird vom Dokumentations- und Kulturzentrum, dem Zentralrat Deutscher Sinti und Roma sowie der Manfred-Lautenschläger- Stiftung verliehen.

Im April steht noch eine weitere Ehrung für den 74-jährigen Zülch an: Er wird Ehrenbürger von Sarajewo. Dort wird Tilman Zülch am 6. April in einer feierlichen Zeremonie im Staatstheater zum Ehrenbürger der bosnischen Hauptstadt ernannt. Damit will der Stadtrat Sarajevos das unermüdliche Engagement des Menschenrechtlers gegen Völkermord und Vertreibung der nichtserbischen Bürger des Landes während des Krieges 1992 bis 1995, für die Bestrafung der Kriegsverbrecher, für Gerechtigkeit und Aussöhnung aller Volksgruppen im multikulturellen Bosnien und Herzegowina würdigen.

Bereits kurz nach Kriegsende wurde Tilman Zülch 1996 mit dem Silberorden des Wappens des multiethnischen Präsidiums der Republik Bosnien- Herzegowina ausgezeichnet.

2006 erhielt er den „Srebrenica Award against Genocide“.

Tilman Zülch hat 1968 die Biafra-Hilfe gegründet, aus der zwei Jahre später die Gesellschaft für bedrohte Völker hervorging. (tko/epd)

• Gesellschaft für bedrohte Völker im Internet: www.gfbv.de

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