Kowalevskaja-Preis für Nachwuchsforscher

Zwei junge Forschertalente bekommen viel Geld für ihre Projekte in Göttingen

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Sofia-Kowalevskaja-Preisräger 2018 der Humboldt-Stiftung: Darunter sind zwei junge Wissenschaftler, die in Göttingen forschen: Dr. Ufuk Günesdogan (links) und David Marsh (Dritter von rechts). Wissenschaftsministerin Johanna Wanka verlieh die Preise.

Göttingen. Jüngst verlieh Bundeswissenschaftsministerin Johanna Wanka die Kovalevskaja-Preise an Nachwuchsforscher. Zwei der sechs werden fünf Jahre in Göttingen forschen.

Dr. Ufuk Günesdogan wurde 1979 in Deutschland geborben, ist Entwicklungs- und Zellbiologe, forschte zuletzt seit 2010 als Postdoktorant an der Universität Cambridge in England.

Der Forschungsaufenthalt am Johann-Friedrich-Blumenbach Institut für Zoologie und Anthropologie ist eine Rückkehr nach Göttingen, wo er von 2006 als Doktorant am Max-Planck-Institut für biophysikalische Chemie am Fassberg arbeitete. Der 38-jährige Günesdogan befasst sich damit, wie Histonmutationen die Regulation der Genexpression beeinflussen. Histone sind Proteine, die zur Verpackung der DNA gehören. Sie speichern Informationen, die weitervererbt werden können. Gastgeber für Ufuk Günesdogan in Göttingen ist Prof. Dr. Ernst A. Wimmer.

Auf einem ganz anderen Forschungsgebiet ist Dr. David J.E. Marsh unterwegs: Der gebürtige Engländer, der zuletzt am Kings College in London arbeitete, ist einem der großen Rätsel der Astrophysik auf der Spur: Der Suche und dem Nachweis der Schwarzen Materie. Sie ist für das Auge und die Teleskope unsichtbar, man weiß aber, dass es sie im Universum gibt, aber nicht, woraus sie besteht.

Der 30-jährige David Marsh verfolgte einen neuen Ansatz: Er untersucht, in wieweit die Dunkle Materie aus Axionen bestehen könnte – einem noch nicht experimentell nachgewiesenen ultraleichtem Elementarteilchen. Er plant nun als Kovalevskaja-Preisträger, seine Berechnungsmodelle am Institut für Astrophysik der Uni Göttingen zu erweitern und mit Computersimulationen zu kombinieren. Gastgeber für Marsh ist Prof. Dr. Jens Niemeyer.

Der Sofja Kovalevskaja-Preis ist einer der höchstdotierten Wissenschaftspreise in Deutschland. Die aktuellen sechs Preisträger erhalten jeweils bis zu 1,65 Millionen Euro und die Möglichkeit in Deutschland zu forschen. Sie können sich ihre Forschungseinrichtungen dabei selbst aussuchen und dort eigene Forschungsgruppen aufbauen. Das Geld kommt vom Bundesministerium für Bildung und Forschung.

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