Reaktion auf politische Entwicklung im Nahen Osten

Zwei Kundgebungen in Göttingen: für Israel und für Palästina

In der Nähe der Stadthalle: Dort demonstrierten etwa 50 Menschen Demonstrationen am Samstag für Israel. Foto: Rampfel

Göttingen. Gleich zwei Kundgebungen gab es am Samstag vor Heiligabend in der Göttinger Innenstadt – eine zur Unterstützung von Israel und eine Mahnwache für Palästina.

Beide Veranstaltungen fanden zeitgleich statt und wurden von der Ordnungsverwaltung räumlich getrennt. Die Israel-Unterstützer versammelten sich in der Nähe der Stadthalle, die Demonstranten für Palästina auf dem Bahnhofsvorplatz. Sie verliefen ohne Zwischenfälle, es kam zu keinen nennenswerten Verkehrsbehinderungen.

Am Göttinger Bahnhof: Dort gab es am Samstag vor Heiligabend eine Demonstration mit etwa 100 Teilnehmern, die sich für Palästina stark machten. Foto: Rampfel

Das Bündnis gegen Antisemitismus und Antizionismus Jachad veranstaltete seine Kundgebung unter dem Motto „Solidarität mit Israel“. Dem Aufruf der Kundgebung folgten etwa 50 Menschen, die sich für das Existenzrecht Israels einsetzten. „Uns ist es wichtig, ein Zeichen gegen Israelfeindlichkeit zu setzen“, sagte Katja Ölgemöller, eine der Sprecherinnen des Bündnisses. „Immer wieder wird Kritik an Israel als Vorwand für judenfeindliche Ausschreitungen genutzt. Darüber wollen wir aufklären.“ Es dürfe nicht sein, dass jüdischem Leben mit derart offener Gewalt begegnet werde, sagte Ölgemöller.

Kritik äußerten die Veranstalter am von der Stadtverwaltung festgelegten Ort der Kundgebung. „Es schockiert uns, dass wir gezwungen wurden, unsere friedliche Veranstaltung aus Sicherheitsgründen weitab vom Menschenstrom abzuhalten, während die pro-palästinensische Kundgebung direkt am Bahnhof stattfinden durfte“, so Ölgemöller. Dabei gehe das Gefahrenpotential von der anderen Seite aus.

Am Bahnhof trafen sich mehr als 100 Unterstützer der pro-palästinensischen Seite, die lautstark vor allem gegen die Entscheidung des US-Präsidenten Donald Trump protestierten, Jerusalem als Hauptstadt Israels anzuerkennen.

Die Entscheidung widerspräche allen Regeln des Völkerrechts, sagen Ekkehart Drost vom „Bündnis zur Beendigung der israelischen Besatzung“ und Prof. Dr. Jan Hildebrandt von der örtlichen Deutsch-Palästinensischen Gesellschaft.

Bereits 1980 hätte der UNO-Sicherheitsrat ein entsprechendes Gesetz der damaligen israelischen Regierung für nichtig erklärt. Die Entscheidung des US-Präsidenten Trump verschärfe die Lage in Israel, besonders die der dort lebenden 4,5 Millionen Palästinenser, hieß es in einer Presseinformation dazu.

Die Teilnehmer am Bahnhof möchten Jerusalem auch als Hauptstadt eines palästinensischen Staates sehen. „Wir werden kämpfen“, skandierten sie lautstark. Drost und Hildebrandt hingegen meinen, dass nur ein Ausgleich auf Augenhöhe zwischen beiden Völkern ein Schritt in Richtung Frieden sein könne. (ysr)

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