Bundesprogramm schafft Arbeit

Zwei Langzeitarbeitslose finden Job in der Gartetal-Spinnerei

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Kräftig bei der Arbeit: von links: Die Förderprogramm-Teilnehmer Normann Heinemann und Olaf Höpfinger im Gespräch mit dem Trägervereinsvorsitzenden Jürgen Haese, dem Bundestagsabgeordneten Thomas Oppermann, Landrat Bernhard Reuter und Kreisrat Marcel Riethig.

Göttingen. Mit einem neuen Förderprogramm will der Bund gezielt Langzeitarbeitslose unterstützen. In der Historischen Spinnerei Gartetal sind zwei Stellen entstanden.

Normann Heinemann und Olaf Höpfinger wirken glücklich. Auf dem Hof der Historischen Spinnerei arbeiten der gelernte Tischler aus Rittmarshausen und der gelernte Gärtner aus Bovenden gerade in der wärmenden Mittagssonne zwei alte Stühle auf. Dass sie schwere Zeiten hinter sich haben, merkt man den gut gelaunten Männern nicht an. Sie sind seit langem arbeitslos und gelten als schwer vermittelbar.

Normann Heinemann und Olaf Töpfinger sind zwei von zurzeit 67 Langzeitarbeitslose, die im Landkreis Göttingen im Rahmen des Bundesprogramms „Soziale Teilhabe am Arbeitsmarkt“ eine neue Lebensaufgabe gefunden haben. In der Historischen Spinnerei Gartetal sollen sie auch die Kulturwerkstatt sanieren und das Dach weiter isolieren. Bis Ende 2018 werden sie 30 Stunden wöchentlich arbeiten.

„Die Zusammenarbeit klappt schon jetzt hervorragend, die beiden sind Gold Wert für uns“, betont Jürgen Haese, Trägervereinsvorsitzender des Industrie-Museums. Eine Firma könnte der Verein nicht bezahlen. Und da das eine der Voraussetzungen für die Aufnahme in das Förderprogramm ist, würden die dringend erforderlichen Arbeiten nicht gemacht werden können.

Durch das im April gestartete Bundesprogramms können im Landkreis Göttingen bis zu 120 Stellen gefördert werden. Es richtet sich an Langzeitarbeitslose, die aufgrund besonderer Problemlagen oder gesundheitlichen Einschränkungen seit mindestens vier Jahren Arbeitslosengeld II beziehen. Die Arbeiten müssen gemeinnützig sein und dürfen keine regulären Arbeitsplätze ersetzen. Umgesetzt wird das Programm durch die kommunale Anstalt öffentlichen Rechts für Beschäftigungsförderung und die Gesellschaft für Arbeits- und Berufsförderung Südniedersachsen (GAB).

„Hier sieht man, dass so etwas richtig gut funktionieren kann“, sagt der SPD-Bundestagsabgeordnete Thomas Oppermann, der sich mit Landrat Bernhard Reuter (SPD) vor Ort über das neue Förderprogramm informierte. Es sei allein schon für das Selbstwertgefühl von Menschen besser, aktiv durch Arbeit Geld zu verdienen anstatt nur passiv Transferleistungen in Empfang zu nehmen. „Gerade hier in der Spinnerei sieht man, wie wertvoll solche Angebote und Förderprogramme sind, die auch noch das Notwendige mit dem Nützlichen verbinden“, so Oppermann.

„Wir sind als kommunales Jobcenter dringend auf solche Programme angewiesen“, betont Reuter, weil Langzeitarbeitslose nicht so einfach in den Arbeitsmarkt integriert werden könnten. 

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