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Zweite Baustelle am oberen Nonnenstieg in Göttingen

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Von: Thomas Kopietz

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Wuchtig: Auf dem ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg baut die Münchner Wertgrund AG sieben Gebäudekörper mit maximal fünf Geschossen und insgesamt 214 Wohnungen, davon auch preisreduzierte.
Wuchtig: Auf dem ehemaligen IWF-Gelände am Nonnenstieg baut die Münchner Wertgrund AG sieben Gebäudekörper mit maximal fünf Geschossen und insgesamt 214 Wohnungen, davon auch preisreduzierte. © Thomas Kopietz

Am oberen Nonnenstieg in Göttingen wird gebaut. Auf zwei Baustellen entstehen neue Wohnungen, zum Teil auch preisreduzierte.

Göttingen – Das Gesicht des oberen Nonnenstiegs im Ostviertel hat sich massiv verändert: Dort, wo Jahrzehnte die Gebäude des bundesweit allen Schülern bekannten und seit knapp einem Jahrzehnt geschlossenen Instituts für den Wissenschaftlichen Film (IWF) standen, ragen mächtige Rohbauten in den Himmel: Unter der Regie der Münchner Wertgrund entstehen dort Wohnungen.

Direkt daneben, am Standort des ehemaligen Kinderhorts wird eine weitere Baugrube ausgehoben: Der Göttinger Entwickler EBR erstellt dort mehr als 20 Wohnungen.

Wertgrund baut auf 17 400 Quadratmeter 214 Mietwohnungen, davon 76 gefördert und mietpreisreduziert. Etwa 500 Menschen werden dort wohnen können. Zusätzlich entsteht eine Tiefgarage mit 120 Stellplätzen. Die sieben Baukörper werden maximal fünf Etagen hoch sein. Der Komplex soll Ende 2022 bezugsfertig sein, wie Thomas Meyer, Vorstandsvorsitzender der Wertgrund Immobilien AG, bereits zum Baustart im Januar 2020 gesagt hatte.

Baustart: Die Göttinger EBR erstellt oberhalb der Wertgrund-Projekte 26 Wohnungen, dort wo einst die Kinder im Hölty-Hort spielten.
Baustart: Die Göttinger EBR erstellt oberhalb der Wertgrund-Projekte 26 Wohnungen, dort wo einst die Kinder im Hölty-Hort spielten. © Thomas Kopietz

EBR hatte das gesamte Areal gekauft und dafür auch Entwürfe öffentlich vorgestellt. Eine Bauplanänderung aber machte die jetzt entstehende dichte Bebauung erst möglich. Dann aber veräußerte die EBR überraschend etwa zwei Drittel der Fläche an die Wertgrund AG. Es war vermutlich ein lohnendes Unterfangen. Dafür erntete der rein wirtschaftlich handelnde Investor EBR massive Kritik aus fast allen Fraktionen im Stadtrat. So war von Bodenspekulation die Rede.

Behalten hat EBR das nördliche Ex-IWF-Areal, das einst Standort des Hölty-Horts war. Dort sind kürzlich die Bagger angerückt, die Baugrube wird ausgehoben, es herrscht verstärkter Lastwagen-Verkehr aufgrund der Boden-Transporte. EBR wird auf rund 4600 Quadratmeter laut Homepage 26 Wohnungen „in einem qualitativ hochwertigen und ökologisch maßgeblichen KfW-40-Effizienzhaus-Standard“ bauen. Davon sind 14-Mietwohnungen (ein bis vier Zimmer) und elf Eigentumswohnungen (vier bis fünf Zimmer), die zum Habichtsweg ausgerichtet sein werden.

Die Projektierung IWF-Gelände war in der Bevölkerung von Beginn an umstritten. Es gab allein rund 400 Einwände im B-Planverfahren von Bürgern und Bürgerinitiativen. Vom Protest kündeten zum Baustart der EBR-Häuser nun auch Trauerflore am Bauzaun. (Thomas Kopietz)

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