Zwergplanet Ceres: Göttinger Kamera zeigt viele Details

Detailreicher Blick von Bord der Raumsonde Dawnauf den Zwergplaneten Ceres: Die Kamera wurde in Göttingen entwickelt und gebaut. Foto: NASA/JPL-Caltech/UCLA/MPS/DLR/IDA

Göttingen. Nur noch etwa 55.000 Kilometer trennen die Nasa-Raumsonde Dawn von ihrem Ziel, dem Zwergplaneten Ceres. Jetzt gibt es aktuelle Aufnahmen mit vielen Details.

In Göttingen freut man sich über die Aufnahmen. Hintergrund Das Kamerasystem an Bord der Raumsonde wurde unter Leitung des Max-Planck-Instituts für Sonnensystemforschung gebaut. Außerdem waren das Institut für Planetenforschung des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR) in Berlin und das Institut für Datentechnik und Kommunikationsnetze in Braunschweig beteiligt. Das Kamera-Projekt wird finanziell von der Max-Planck-Gesellschaft, dem DLR und Nasa/JPL unterstützt.

Tiefe Krater

Die Bilder, die in der vergangenen Woche aus einer Entfernung von etwa 80.000 Kilometern entstanden, zeigen erstmals auch die Seite des Zwergplaneten, die Dawn bisher noch nicht beobachten konnte. Neben tiefen Kratern, die die gesamte Oberfläche bedecken, erstreckt sich in der rechten Bildhälfte eine halbkreisförmige, kantenartige Struktur über etwa 250 Kilometer. Sie erinnert an eine Art Steilhang.

Ebenso auffällig ist ein großer, heller Krater auf der Nordhalbkugel, der sich deutlich von seiner Umgebung abhebt. Dort lässt sich eine Art Strahlenkranz erahnen: linienförmige, helle Strukturen, die vom Zentrum des Kraters radial nach außen verlaufen. Ähnliche Formationen kommen bei relativ jungen Kratern auf Mond und Mars vor.

Auf diesen Himmelskörpern bestehen die hellen Strahlen aus Mond- beziehungsweise Marsmaterial, das durch den Einschlag eines anderen, kleineren Körpers ausgeworfen wurde. Noch ist unklar, ob im Fall von Ceres eine ähnliche Interpretation zutrifft. Ebenso denkbar wäre es, dass ein Einschlag das Material in den hellen Strahlen eingetragen hat.

Die Dawn-Mission wird vom Jet Propulsion Laboratory (JPL) der amerikanischen Weltraumbehörde NASA geleitet. JPL ist eine Abteilung des California Institute of Technology in Pasadena. Die University of California in Los Angeles ist für den wissenschaftlichen Teil der Mission verantwortlich.

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