Göttingen hat Partner in China

Zwischen Historie und Hightech: Göttingen und chinesische Stadt Qixia kooperieren

Wang Sheng, Bürgermeister von Qixia, Rolf-Georg Köhler, OB von Göttingen, unterzeichneten im Bullerjahn im Göttinger Alten Rathaus den Partnerschaftsvertrag. Foto: Andreas Arens

Göttingen - Eine Delegation der chinesischen Stadt Qixia war am Montag in Göttingen zu Gast, um die partnerschaftliche Beziehung mit Göttingen auszubauen.

Wang Sheng, Bürgermeister der Qixia-Regierung, und Göttingens OB Rolf-Georg Köhler unterzeichneten einen Vertrag, der die Ziele der vor neun Jahren begonnenen Zusammenarbeit präzisiert. Dabei geht es um wissenschaftlichen und wirtschaftlichen Austausch, vor allem aber um die „Zusammenführung von Menschen“, wie Köhler betonte.

Es gebe bereits jetzt laufend Projekte mit Nanjing, sagte der Oberbürgermeister. „Wir werden dieses Jahr auch mit einer Delegation nach Nanjing fahren.“ Dabei soll auch ausgelotet werden, wie die Bereiche Tourismus, Wissenschaft und Wirtschaft künftig besser verknüpft werden können.

Qixia ist einer von elf Stadtbezirken der alten Kaiserstadt Nanjing – das übersetzt so viel wie südliche Hauptstadt bedeutet. Als eine von vier historischen Hauptstädten ist Nanjing ein politisches und kulturelles Zentrum Chinas. Qixia steht für die moderne Seite der Millionenmetropole und beheimatet nach Angaben von Bürgermeister Wang Sheng 73 der 500 größten Unternehmen im Bereich Life-Sciences. Heimat dieser Unternehmen ist eine riesige Hightech-Zone, in der zwölf Hightech-Parks zu einem zusammengefasst wurden. Dort werden nach Köhlers Angaben innovative „Wirtschaftsebenen“ entwickeln.

Eine Parallele zu Göttingen gibt es in der Bewohnerstruktur: Von den etwa eine Millionen Einwohnern Qixias sind rund 200 000 Studenten, Göttingen liegt der Studentenanteil sogar etwas über 20 Prozent. „Die Struktur ist sehr ähnlich, weil die Wissenschaft in beiden Städten eine sehr große Rolle spielt“, sagt Köhler.

Sein chinesischer Amtskollege bestätigt das: „Beide Städte legen sehr viel Wert auf Innovation, Forschung und Talent.“ Für Wang Sheng ist es besonders interessant, dass Göttingen einen Nobelpreisträger im Bereich Life-Sciences zu bieten hat. Den würden die Chinesen am liebsten sofort mitnehmen und werben mit ihrem Standort. „Wir haben eine sehr gute Infrastruktur in unserem Hightech-Park und würden dort gerne mehr Unternehmen ansiedeln“, erklärt der Bürgermeister.

Der war übrigens sehr begeistert von Göttingen, „vom Flair und von den freundlichen Menschen. Wir fühlen uns sehr geborgen und würden gerne mal wiederkommen“, erklärt Wang Sheng. Und er fügt hinzu: „Wir werden uns gegenseitig besuchen wie Verwandte oder alte Freunde.“ -ana

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