Online-Befragung

Zwölf Wohnhöfe im Europaquartier: Viele wünschen sich zweite Zufahrt

Das Wohngebiet Holtenser Berg aus der Luft
+
Das Wohngebiet Holtenser Berg aus der Luft: Im Anschluss an die bestehenden Bebauung (unten) und der Autobahn (oben) soll das Europaquartier entstehen. Luftbild:

Auf dem Holtenser Berg sollen neue Wohnungen entstehen. Nun ist klar, wie das Bauvorhaben aufgeteilt werden soll und in einer Befragung zeigte sich: Es gibt noch viele Wünsche.

Göttingen – 600 Wohnungen für etwa 2000 Bewohner sollen auf dem Holtenser Berg in Göttingen entstehen. Jetzt ist klar: Das größte aktuelle Wohnbauvorhaben in der Uni-Stadt wird in zwölf „Wohnhöfe“ aufgeteilt.

Das ist ein Ergebnis einer Online-Befragung, die ein Kasseler Planungsbüro vorstellte.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Mehrere Vorteile

Das Konzept der Wohnhöfe bietet gleich mehrere Vorteile: Das gesamte Areal kann so optimal in einzelne Bauabschnitte unter Einbeziehung von Bauherrengemeinschaften und karitativen Einrichtungen aufgeteilt werden. In den Wohnhöfen sollen sich funktionierende Nachbarschaften entwickeln können. Gleichzeitig sollen sie so gestaltet werden, dass auch Kontakte zu anderen Bereichen möglich sind.

Fast 190 Einwände und Anregungen wurden bei der Online-Befragung im Frühjahr vorgebracht. Hinzu kommen etwa 600 Zuschriften als Reaktion auf eine Flugblattaktion einer örtlichen Bürgerinitiative.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Verkehrsbelastung

Hauptkritikpunkt ist die bislang in den Planungen fehlende zweite Zufahrt für den Holtenser Berg, damit die bestehende Anbindung über die Europaallee nicht überlastet wird. Planer Manfred Linker betonte, dass diese zweite Zufahrt problemlos eingearbeitet werden könne.

Aus Holtensen kommt zudem der dringende Wunsch, dass eine weitere Zufahrt so geplant wird, dass sie auch die künftigen Bewohner des Europaquartiers nutzen.

Es könne nicht sein, dass durch das Quartier die Verkehrsbelastung in Holtensen stark steige. Mit dem Thema Verkehr und Europaquartier will sich der Bauausschuss noch vor der Sommerpause beschäftigten.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Weitere Kritikpunkte

Weitere Kritikpunkte der Bürgerinitiative sind der fehlende Lärmschutz und fehlende Initiativen zum Klima- und Artenschutz. „Die Kritik nehmen wir an“, sagte Planer Linker.

Man werde die Anregungen soweit wie möglich bei den Planungen berücksichtigen. In dem Online-Portal werde es auf alle fast 190 Einwände entsprechende Antworten geben.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Viele Wünsche

Bei der Beteiligung wurden zudem zahlreiche Wünsche deutlich, die mit Blick auf das künftige Wohngebiet bestehen. Beispiele: Bei den Mehrfamilienhäusern werden Gebäude gewünscht, die maximal vier bis fünf Stockwerke haben und günstigen Wohnraum für große Familien bieten.

Stark nachgefragt werden auch Möglichkeiten zum Bau von Reihenhäusern. Außerdem sollen beispielsweise generationsübergreifende Wohnformen möglich sein.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Mobilitätslösungen

Ganz oben auf der Agenda steht auch das Thema Mobilität. So werden gute Lösungen beim Thema Parken (zum Beispiel eine Gemeinschaftsgarage) als auch beim Thema Nahverkehr für das Baugebiet erwartet.

Außerdem sorgen sich viele der Teilnehmer um das Thema Entwässerung. Weiterhin werden eine „verträgliche“ Bebauungsstruktur mit sanften Übergängen zwischen Reihen- und Mehrfamilienhäusern sowie eine Durchlässigkeit in die freie Landschaft (Kaltluftschneisen) gefordert.

Wohnungen auf dem Holtenser Berg in Göttingen: Weitere Planungen

Wann die ersten Bagger rollen können, steht noch nicht fest. Zunächst werden jetzt die Planungen verfeinert. Zudem müssen auch die Stadtwerke, die Entsorgungsbetriebe, die Göttinger Verkehrsbetriebe und weitere Akteure mit einbezogen werden.

Durch die Pandemie hatte sich das gesamte Verfahren, das 2018/19 begann, deutlich verzögert. Weitere maßgebliche Akteure bei dem Projekt sind zudem die Klosterkammer, die mehr als die Hälfte des Baulandes besitzt, sowie die Niedersächsische Landgesellschaft, die das Projekt umsetzt. Ihr gehört der Rest des benötigten Baulandes. Weitere Infos gibt es hier. (Bernd Schlegel)

Das könnte Sie auch interessieren

Kommentare

Kommentare

Hinweise zum Kommentieren:
Auf HNA.de können Sie Ihre Meinung zu einem Artikel äußern. Im Interesse aller Nutzer behält sich die Redaktion vor, Beiträge zu prüfen und gegebenenfalls abzulehnen. Halten Sie sich beim Kommentieren bitte an unsere Richtlinien: Bleiben Sie fair und sachlich - keine Beleidigungen, keine rassistischen, rufschädigenden und gegen die guten Sitten verstoßenden Beiträge. Kommentare, die gegen diese Regeln verstoßen, werden von der Redaktion kommentarlos gelöscht. Bitte halten Sie sich bei Ihren Beiträgen an das Thema des Artikels. Lesen Sie hier unsere kompletten Nutzungsbedingungen.