Jahresbilanz der Arbeitsagentur Göttingen

2012: 8,8 Prozent weniger Arbeitslose

Göttingen. Die Arbeitslosigkeit im Agenturbezirk Göttingen ist im vergangenen Jahr erneut zurückgegangen: Im Jahresdurchschnitt waren 15 981 Menschen arbeitslos.

Das waren 1547 Frauen und Männer (8,8 Prozent) weniger als im Jahr 2011. Die Arbeitslosenquote in Südniedersachsen sank damit im Durchschnitt auf 6,8 Prozent (2011: 7,5 Prozent). Zudem ist die Zahl der Sozialversicherungsbeschäftigten im Agenturbezirk um einen Prozent angestiegen.

Diese Zahlen stellte Klaus-Dieter Gläser, Geschäftsführer der Göttinger Arbeitsagentur, am Donnerstag vor. Allerdings sieht Gläser mit Blick auf den Jahresverlauf 2012 zwei unterschiedliche Tendenzen: „In den ersten Monaten des letzten Jahres war noch viel von der Dynamik zu spüren, die durch den Aufschwung nach der Wirtschafts- und Eurokrise entstand. Gerade im letzten Quartal hat sich jedoch angedeutet, dass der Konjunkturmotor zum Jahresende etwas gestottert hat.“

Deutlicher als saisonal üblich fiel allerdings im Januar dieses Jahres der Anstieg der Arbeitslosigkeit in Südniedersachsen aus. In diesem Monat waren 17 754 Menschen arbeitslos gemeldet, 2192 (14,1 Prozent) mehr als im Dezember 2012. Aber auch im Vergleich zum Januar 2012 ist ein Anstieg um 2,2 Prozent zu verzeichnen. Die Arbeitslosenquote kletterte von 6,6 Prozent im Dezember auf aktuell 7,5 Prozent (Januar 2012: 7,4 Prozent). Gläser führt diesen Anstieg auch auf einige Insolvenzen, Betriebsschließungen und Personalabbau im Agenturbezirk zurück.

Der Agenturchef geht nicht davon aus, dass die Arbeitslosenquote in diesem Jahr weiterhin so deutlich zurückgehen wird wie noch in den beiden Vorjahren. Exakte Prognosen seien allerdings schwierig. Deutlich sei jedoch die Entwicklung, dass die Betriebe bei Neueinstellungen nach Fachkräften und Experten suchten. Die Chancen für Menschen ohne Berufsausbildung, einen Arbeitsplatz zu finden, würden deutlich schlechter. Von den 9392 gemeldeten Stellenangeboten bei der Arbeitsagentur im Jahr 2012 hätten sich lediglich 1616 (17,2 Prozent) an ungelernte Kräfte gerichtet.

Gläser spricht in diesem Zusammenhang von einem „Missverhältnis zwischen Nachfrage und Angebot“ im Agenturbezirk. Fast ein Drittel der Arbeitslosen seien ungelernt. Deshalb sehe die Agentur im Bereich der Weiterbildung von Arbeitslosen, aber auch von gering qualifizierten Beschäftigten in den nächsten Jahren die größte Herausforderung.

15 Mio. für Weiterbildung

Über 15 Mio. Euro werde die Agentur in die Weiterbildung allein in diesem Jahr investieren. Im Fokus stünden dabei Mangelberufe, zu denen neben der Altenpflege auch Berufe aus dem Handwerk, dem Elektro- und Metall- sowie dem Lager- und Logistikbereich zählten. (use)

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