Internationaler Frauentag

Zahlreiche Aktionen zum Weltfrauentag in Göttingen - Sitzstreik vor dem Alten Rathaus

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Fordert kürzere Wochenarbeitszeiten: Der Ortsfrauenrat der Gewerkschaft Verdi hat ein wichtiges Anliegen.

Mehr Frauen in Politik und Wirtschaft, gleiches Geld für gleiche Arbeit, Schutz vor Gewalt: Das haben mehrere hundert Teilnehmerinnen am Sonntag beim Internationalen Frauentag im Göttingen gefordert.

Göttingen – Aufklärungsarbeit über die Genitalverstümmelung von Frauen leistete eine gut zehnköpfige Hochschulgruppe der Frauenrechtsorganisation Terre des Femmes. Die Studentinnen gehörten am Sonntag zu den 17 Gruppen des Göttinger Frauenforums um Christine Müller, die im Alten Rathaus beim Markt der Möglichkeiten über ihre Arbeit informierten.

Um 50 psychisch kranke Patientinnen kümmern sich die acht Mitarbeiterinnen des Vereins Frauen-Zimmer, berichtete Petra Bensaid. Sie vertreten die Rechte der Betroffenen auch politisch. Für die Umsetzung der Istanbul-Konvention des Europarats zur Bekämpfung von Gewalt gegen Frauen setzt sich die Göttinger Regionalgruppe des Deutschen Juristinnenbunds ein, sagte Dagmar Freudenberg.

Machten keinen Handschlag im Haushalt: Anlässlich des Weltfrauentages gab es vor dem Alten Rathaus einen Sitzstreik der Frauen. 

„Frauen arbeiten oft in Teilzeit, um die Kinder oder pflegebedürftigen Familienangehörige zu betreuen – entsprechend gering fällt später ihre Rente aus“, erklärte Erdmuthe Bach-Reinert vom Ortsfrauenrat der Dienstleistungsgewerkschaft Verdi. Verdi setzt sich für eine Verkürzung der Wochenarbeitszeit ein. An die Durchsetzung des Frauenwahlrechts in Deutschland 1918 erinnerte Schauspielerin Barbara Ellen Erichsen, die als Frauenrechtlerin Marie Juchacz auftrat.

Parallel zur Veranstaltung des Frauen-Forums gab es draußen vor dem Rathaus der Frauenstreiktag. „Heute arbeiten wir Frauen nicht, um auf die schlechte Bezahlung aufmerksam zu machen und um für mehr Wertschätzung für die Arbeit von Frauen im Haushalt, in den Kindertagesstätten und Krankenhäusern zu werben“, erklärte Sprecherin Katharina Krämer. Um diesen Forderungen Nachdruck zu verleihen, setzten sich Dutzende Frauen und auch einige Männer auf Stühle. Der Zusammenschluss von Gruppen und Einzelpersonen gab unter anderem auch Muslimen die Möglichkeit, um gegen Rassismus zu protestieren. 

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