Pro Bahn: Keine Verbesserung des Fahrtenangebots in Südniedersachsen

Kein Boom bei Fernbussen, keine Verbesserung des Angebots

Abfahrt: Seit dem Jahreswechsel ist der Fernbusverkehr liberalisiert. Davon hat Südniedersachsen bislang noch nicht profitiert.
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Abfahrt: Seit dem Jahreswechsel ist der Fernbusverkehr liberalisiert. Davon hat Südniedersachsen bislang noch nicht profitiert.

Göttingen. Die Liberalisierung des Fernbusverkehrs seit Jahresbeginn hat in Südniedersachsen zu keinen wesentlichen Verbesserungen des Angebots geführt.

Der Göttinger Regionalvorsitzende Gerd Aschoff verweist auf die aktuellen Fahrpläne mit einigen wenigen Verbindungen nach Berlin und in Richtung Balkan, die schon bisher in Göttingen vorhanden waren. Und statt neuer Verbindungen wurde erst kürzlich ein neues Angebot beendet: „Ausgerechnet kurz vor der Gesetzesnovelle hat der Ende 2009 gestartete Autobahnexpress zwischen Göttingen und Leipzig im März 2012 seinen Betrieb wieder eingestellt“, kritisiert Pro Bahn.

Niedrige Auslastung Für Göttingen und Niedersachsen ist laut Aschoff derzeit nicht absehbar, ob es in den nächsten Monaten und Jahren überhaupt zu neuen Fernbus-Angeboten kommen werde. Aschoff, der auch stellvertretender Landesvorsitzender von Pro Bahn ist, sagte dazu: „Die Erfahrungen aus Süddeutschland sprechen eher dafür, dass neue Bus-Anbieter trotz günstiger Preise mit einer zu niedrigen Auslastung zu kämpfen haben.“

Das unternehmerische Risiko könne deshalb nur von großen Unternehmen getragen werden. Der Mittelstand werde wenig Nutzen von der Liberalisierung haben. Pro Bahn regiert damit auf eine Erklärung des FDP-Bundestagsabgeordneten Lutz Knopek, der in der Gesetzesnovelle eine sichtbare Verbesserung des Angebots gesehen hatte. Die Forderung nach Verlässlichkeit der Fernbusfahrpläne stehe deshalb auch im Fokus des Fahrgastverbandes.

Radio HNA: Interview mit Pro Bahn Göttingen

„Es muss sicher gestellt werden, dass neue Angebote für eine vorher erkennbare Fahrplanperiode gültig sind und nicht Knall auf Fall wieder eingestellt werden“, fordert Aschoff. Weitere Forderungen an den Fernbusverkehr sind aus Sicht des Fahrgastverbands eine unternehmensunabhängige Fahrplanauskunft, die Anzeige aktueller Fahrplandaten an allen Haltestellen und die Sicherung von Fahrgastrechten im Falle von Verspätungen und Anschlussverlusten auf dem Mindeststandard der Bahn.

Solange nicht alle Fahrzeuge vollständig barrierefrei sind, sei es zudem unumgänglich, dass die Fernbusse in vorher bekannten Abständen an behindertengerechten Toiletten anhalten. Zudem müsse der Fernbus die Kosten der Straßeninfrastruktur tragen. (bsc)

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