CDU-Sportpolitiker wenden sich an Merkel

Göttinger Abgeordneter Fritz Güntzler fordert Überbrückungshilfen für Sportvereine

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Fritz Güntzler: Bundestagsabgeordneter

Die Sportpolitiker der CDU/CSU-Bundestagsfraktion fordern von Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU), sich für Überbrückungshilfen für Sportvereine einzusetzen. 

Diese seien für den (semi-)professionellen Sport dringend notwendig, erklärt der Göttinger Bundestagsabgeordnete und Unions-Berichterstatter für den Teamsport, Fritz Güntzler (CDU).

„Die geplanten Hilfsprogramme des Bundes passen nicht zu den Spezifika des Trainings- und Wettkampfbetriebes im Sport und verhindern im Einzelnen entsprechende Antragsverfahren“, sagt der Göttinger Abgeordnete. Im Austausch mit den ebenfalls Unions-geführten Bundesministerien des Innern und für Wirtschaft sowie den Fraktionsspitzen der CDU/CSU und SPD haben die Sportpolitiker einen Vorschlag erarbeitet.

Es soll Landesprogramme zur Unterstützung des Breitensports ergänzen, so Güntzler. Dazu wollen die Unionsabgeordneten für die Saison 2020/21 insgesamt 200 Millionen Euro Bundeshilfen an etwa 1000 Vereine ausschütten. Das Geld soll ausschließlich an Sportvereine oder Unternehmen fließen, die analog zu den olympischen Individual- und Mannschaftssportarten in der 1. und 2. Liga (Männer und Frauen) mit weniger als 249 Beschäftigten aktiv sind. Diese sollen einen „nicht-rückzahlbaren Zuschuss“ in Höhe von 50 Prozent der nachgewiesenen Umsatz- beziehungsweise Einnahmerückgänge erhalten. Das Programm soll von Juli bis Dezember laufen.

Dass die Profiligen im Fußball ihren Spielbetrieb fortsetzen können, liege vor allem an den Einnahmen der Übertragungsrechte. „Für alle anderen Sportarten gilt dies jedoch nicht“, betont der Göttinger Bundestagsabgeordnete. So finanzieren sich diese Vereine zum Beispiel überwiegend durch Einnahmen am Veranstaltungsort. Durch das voraussichtlich noch langandauernde Verbot größerer Zuschauer-Veranstaltungen fällt für diese Vereine die Geschäftsgrundlage ganz weg.

„Es gibt kein einziges Hilfsprogramm des Bundes, das für diese Vereine greift. Es drohen zahlreiche Insolvenzen und die Lage wird jeden Monat schlimmer. Die über Jahrzehnte gewachsene Sport- und Vereinskultur in Deutschland wird dauerhaft zerstört“, sagt Bundestagsabgeordneter Güntzler. 

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