Göttinger Jazzfestival: Ganz große Musik mit Stars und Sternchen

Volle Pulle: Christian Scott aTunde Adjuah hängt sich voll rein beim Auftritt auf der Bühne des Deutschen Theaters in Göttingen, wo am Freitag und Samstag beim Jazzfestival 26 Bands spielten. Foto: Kuhl

Göttingen. Das war ein Hammerprogramm: An zwei ausverkauften Abenden im Deutschen Theater erlebten Musikfans beim Göttinger Jazzfestival sage und schreibe 26 Bands. Das Musikfest überzeugte erneut mit einer gelungenen Mischung aus internationalen Weltstars des Jazz auf der großen DT-Bühne und den kleineren Bühnen.

Dort spielte zum Auftakt des Freitags, die Jugend-Bigband „Jazztified“ unter Leitung von Uwe Meile. Die Band besteht aus Schülern des Hainberg-Gymnasiums sowie weiterer Göttinger Schulen. „Für uns ist dieser Auftritt beim Jazzfestival immer wieder ein Highlight“, sagte Meile. Für einige Musiker, die ihr Abitur in der Tasche haben und Göttingen verlassen, sei es zudem das letzte Konzert mit „Jazztified“. Traurigkeit kam jedoch nicht auf, weder bei der spielfreudigen Band noch beim gut aufgelegten Publikum.

Auch im „Keller“ des DT war zeitgleich kaum noch ein Platz an den Tischen frei. Dort spielten „Groove Instinct“ aus Göttingen mit der hinreißenden Sängerin, Hanna Carlson, eine Mischung aus Jazzstilen.

Wer sich diese beiden Konzerte entgehen ließ, hatte sich um einen Sitzplatz vor der großen Bühne bemüht und wartete auf das erste internationale Highlight des Wochenendes: „Oregon“ aus den USA. Die Band tourt durch Europa, auch als Vorbereitung für ein neues Album – es ist das 30. in der 46-jährigen Bandgeschichte. Die filigrane Instrumentalmusik vereint weltmusikalische Einflüsse aus mehreren Kontinenten und zieht unmittelbar in ihren Bann. Entsprechend schwang bei der Ansage berechtigter Stolz der Veranstalter mit, die Band – in aktueller Anspielung auf den US-Wahlausgang – als „das andere Gesicht Amerikas“ erstmals in Göttingen zu präsentieren.

Um 22 Uhr übernahmen das Helge Lien Trio und der Geiger Adam Baldych. Das hervorragend eingespielte Trio setzte gekonnt musikalische Akzente, während Baldych die Grenzen des Instruments und von Musikgenres phänomenal fallen ließ: Der Geigenboden reagierte mit gerissenen Bogenhaaren, das Publikum mit Begeisterungsstürmen.

Letzteres galt auch für Ed Motta, der ab Mitternacht spielte. Seine tanzbaren, von Soul und Funk beeinflussten Kompositionen zeigten die Vielseitigkeit des Jazz.

Am Samstag lösten Christian Scott aTunde Adjuah und Band unmittelbar das Versprechen ans Publikum ein, miteinander „eine gute Zeit“ zu haben. Danach überzeugte das Trio um Pianisten David Helbock mit ausgefeilten Arrangements, bei denen die Seiten des Klaviers auch ohne Umweg über die Tasten direkt gezupft wurden. Ein mitreißendes Konzert des Omer Avital Quintets ließ zum Abschluss einmal mehr den Wunsch aufkommen, sich im Saal zur Musik zu bewegen. (yhk)

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