Spannende Gäste

Göttinger Literaturherbst lockt mit 70 Buchlesungen in zehn Tagen

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Stellt seine Autobiografie vor: der Linken-Politiker Gregor Gysi.

Göttingen. Mit drei parallelen Veranstaltungen startet am Freitag, 13. Oktober, um 19 Uhr das Hauptprogramm zum Göttinger Literaturherbst offiziell, nachdem bereits Bestseller-Autor Marc-Uwe Kling am Donnerstag, den Frühstart in der Stadthalle besorgt hat.

Bis zum 22. Oktober sind 70 Veranstaltungen angekündigt, außer in Göttingen gibt es in rund einem Dutzend weiterer Orte in Südniedersachsen Lesungen, wie Geschäftsführer Johannes-Peter Herberhold mitteilt. 2016 hatten mehr als 15 000 Gäste die Veranstaltungen besucht. „Wir wollen es in dieser Größenordnung halten“, betont Herberhold. Damit bleibe der Literaturherbst Niedersachsens größtes Lesefestival.

Zu den Höhepunkten zählt eine Lesung mit Bestsellerautor Daniel Kehlmann am Freitag, 20.Oktober, um 20 Uhr in der Lokhalle. Sein neues Buch „Tyll“ offenbart einen neuen Blick auf die mythische Eulenspiegelfigur.

Die Gewinnerin des Leipziger Buchpreises, Natascha Wodin, wird aus ihrem Buch „Sie kam aus Mariupol“ am Mittwoch, 18. Oktober, um 19 Uhr im Alten Rathaus lesen. Am Samstag, 14. Oktober, ist um 21 Uhr im Alten Rathaus erstmalig außerhalb des Buchmesse-Trubels der aktuelle Träger des Deutschen Buchpreises, Robert Menasse, zu erleben. Mehr als ein Drittel des Programms ist Sachbüchern gewidmet – ein so hoher Anteil sei „einmalig in Deutschland“, sagte Herberhold. Jubiläen wie „100 Jahre Russische Revolution“ und „40 Jahre Deutscher Herbst“ böten Anlässe für kontroverse Lesungen und Gespräche. Der Linken-Politiker Gregor Gysi präsentiert am Sonntag, 15. Oktober, um 11.15 Uhr im Deutschen Theater seine Autobiografie „Ein Leben ist zu wenig“. Fußballfreunde können am Sonntag, 15. Oktober, um 19 Uhr in der Paulinerkirche von Daniel Memmert erfahren, welche Strategien für einen erfolgreichen Elfmeter wichtig sind.

Auch acht international bekannte Wissenschaftler geben beim Einblicke in ihre Forschungsfelder. „Um die Vortragsreihe beneidet man uns bundesweit“, sagt Herberhold. Mitveranstalter der Wissenschaftsreihe sind die fünf in Göttingen ansässigen Max-Planck-Institute.

Mit vier „Lesungen in einfacher Sprache richtet sich das Festival auch an Menschen, denen das Verstehen von Texten schwer fällt. „Der Schlüssel zum Lesen sei der Spaß am Lesen“, heißt es. Und: Neu ist die Reihe „No Limits“, auch mit und für geflüchtete Menschen.

Für einige Literaturherbst-Veranstaltungen gibt es noch Karten. Infos und Vorverkauf unter folgender Adresse: www.literaturherbst.com

Zwei Veranstaltungen zum Thema Reformationsjubiläum

Das Reformationsjubiläum ist ebenfalls ein ganz wichtiges Thema beim „Literaturherbst“. Der Autor und Literaturkritiker Hauke Hückstädt, die in Saudi-Arabien geborene Schriftstellerin Rasha Khayat sowie die frühere Hamburger Bischöfin Maria Jepsen diskutieren am Sonntag, 15. Oktober, um 19 Uhr in der Göttinger St. Johanniskirche über das Buch „95 Anschläge - Thesen für die Zukunft“. Jepsen werde dabei exklusiv eine 96. These vortragen, heißt es im Programm. Im Kloster Bursfelde bei Hann. Münden erörtern am Mittwoch, 18. Oktober, ab 19 Uhr der Schriftsteller Friedrich Christian Delius und der Theologe Thomas Kaufmann die Frage, „warum Luther die Reformation versemmelt hat“.

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