Göttinger Schülerlesetage: Rollenspiele, Musik und Lesungen der sechsten Klassen

Literarische Reise rund um die Welt: Die Schüler der Klasse 6d des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums lasen und musizierten gemeinsam mit dem senegalesischen Autor Ibo (rechts). Über dessen Heimatland informierten sie auf Plakaten. Foto: Spanel
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Literarische Reise rund um die Welt: Die Schüler der Klasse 6d des Göttinger Theodor-Heuss-Gymnasiums lasen und musizierten gemeinsam mit dem senegalesischen Autor Ibo (rechts). Über dessen Heimatland informierten sie auf Plakaten. Foto: Spanel

Göttingen. 4646 Kilometer liegen zwischen dem Senegal und Deutschland. Doch die Schüler der Klassen 6d und 6R3 des Theodor-Heuss-Gymnasiums (THG) Göttingen und der Groß Schneener Carl-Friedrich-Gauß-Oberschule (CFG) überwanden diese Distanz auf einer literarischen Reise durch die Welt im Zuge der Göttinger Schülerlesetage spielend leicht.

Mit Trommel- und Rasselklängen, selbstgestalteten Plakaten und phantasievollen Kostümen verwandelten sie das Göttinger Restaurant Sambesi am Dienstagmittag in eine Szene, die wie aus dem Buch „Amadou ma Amadou“ des senegalesischen Autors Ibo entsprungen wirkte. Im Wechsel mit dem Schriftsteller lasen die Theodor-Heuss-Schüler Passagen aus seiner Märchenerzählung „Die kleine tapfere Taube“, spielten kleine Szenen nach und begleiteten die Worte Ibos auf landestypischen Instrumenten.

Projekt in Eigeninitiative

„Es ist erstaunlich, welch kreative Ideen hier in Eigeninitiative entwickelt wurden“, sagte Ruth Cornelie Hildebrandt, Organisatorin der Schülerlesetage. Über einen Monat lang hatten die Schüler den Auftritt vor Lehrern und Betreuern organisiert, geplant und geprobt. Unterstützung erhielten sie dabei von ihrer Klassenlehrerinnen Birgit Sebexen. „Die Schülerlesetage bringen Kinder zusammen, die wegen ihrer unterschiedlichen Unterrichtsstätten sonst nicht zusammengekommen wären“, ergänzte Hildebrandt.

In diesem Sinne setzte das Projekt der CFG-Oberschule ganz auf den kommunikativen Aspekt der Literatur. „Als Vorbild diente uns das Buch ,Madlenka’ von Peter Sis“, erklärte die freie Literaturpädagogin und Projektbetreuerin Monika Bischof. „Darin beschließt ein Mädchen, einmal aufmerksam um ihren Block zu gehen. Dabei stößt sie auf interessante Menschen. Das haben wir auch in Göttingen ausprobiert.“

Eingeteilt in fünf Gruppen waren die Schüler durch das Albani-Viertel gezogen, um im Umkreis von nur wenigen Metern Menschen aus aller Herren Länder kennenzulernen. „In einem Lebensmittelgeschäft habe ich eine Vietnamesin getroffen“, sagte der elfjährige Sven. „Am meisten beeindruckt hat mich ihre respektvolle, höfliche Art. Außerdem hat sie jedem Schüler Essstäbchen und Glückskekse geschenkt“.

Afrikanische Köstlichkeiten

Eine tolle, wertvolle Erfahrung sei die Aktion für die Schüler gewesen, sagte Lisa Blohme, Klassenlehrerin an der Oberschule. Seinen Abschluss fand der Schülerlesetag rund um die Welt wieder im Senegal – die Schüler stärkten sich gemeinsam bei afrikanischen Köstlichkeiten.

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