Französische Gesellschaft FPA

Göttinger Spitzenforscher Tobias Moser erhält Preis für das Hören mit Licht

Spitzenwissenschaftler aus Göttingen: Professor Tobias Moser
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Spitzenwissenschaftler aus Göttingen: Professor Tobias Moser erhielt 2015 den Leibniz-Preis und aktuell den „Großen Wissenschaftspreis 2020“ der französischen Fondation Pour l’Audition (FPA) für seine bahnbrechenden Ergebnisse bei der Entwicklung des optischen Cochlea-Implantats, das Menschen mit Hörverlust neue Möglichkeiten des Hörens schafft.

Erneut eine hoch dotierte Auszeichnung für den Prof. Dr. Tobias Moser. Der Neurowissenschaftler und Mediziner aus Göttingen hat den „Großen Wissenschaftspreis 2020 der französischen „Fondation Pour l’Audition (FPA)“ – verbunden mit einem Preisgeld von 100 000 Euro – erhalten.

Göttingen – Die Fondation würdigt damit Mosers revolutionäre Beiträge in der Hörforschung und speziell seine Pionierarbeiten auf dem Weg zum optischen Cochlea-Implantat, das hunderttausenden von Menschen mit Hörverlust wieder Hoffnung auf eine Behandlung und somit ein besseres Hören macht.

Den Grundstein für die Entwicklung des optischen Cochlea-Implantats legten Mosers bahnbrechende Erkenntnisse zur Physiologie und Anatomie von Synapsen der Haarsinneszellen und deren Fehlfunktionen bei Erkrankungen des Innenohrs. Mit einer Kombination von gentherapeutischen und optogenetischen Techniken gelangen Tobias Moser und seinem Team die zielgenaue Stimulation tierischer Hör-Nerven mit Licht-Impulsen. Das „Hören mit Licht“ könnte zukünftigen Nutzern eine feinere Unterscheidung von Tonhöhen und somit ein besseres Verstehen von Sprache in lauter Umgebung sowie größeren Musikgenuss eröffnen.

Tobias Moser ist das personifizierte Beispiel für die extrem vernetzte, gemeinsame Forschung vieler Beteiligter am Göttingen Campus. Er ist dort in mehreren Netzwerken tätig – oft an zentraler Stelle und einer „der“ Wissenschaftler vor Ort. Moser fungiert als Sprecher des Uni-Exzellenzclusters „Multiscale Bioimaging: Von molekularen Maschinen zu Netzwerken erregbarer Zellen“(MBExC) sowie des Sonderforschungsbereichs SFB889 „Zelluläre Mechanismen sensorischer Verarbeitung“. Neben dem UMG-Institut für Auditorische Neurowissenschaften leitet Moser zudem Forschungsgruppen an den Göttinger Max-Planck-Instituten für biophysikalische Chemie (MPI-BPC) und für Experimentelle Medizin (MPI-EM). Zudem arbeitet er als Brückenprofessor am Deutschen Primatenzentrum (DPZ), Für seine wissenschaftlichen Beiträge auf dem Gebiet der Hörforschung wurde Tobias Moser bereits vielfach ausgezeichnet, so mit dem Leibniz-Preis 2015, dem Ernst-Jung-Preis 2017 und dem Guyot-Preis 2019. Auch Mitglieder der Arbeitsgruppen Mosers erhielten Auszeichnungen. Der „Große Wissenschaftspreis 2020“ der FPA wurde am Mittwoch während einer virtuellen Feierstunde verliehen. (Thomas Kopietz)

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