Göttinger Studenten sagen Ja zu den Semester-Tickets

Ansturm auf die Stadtbusse: Studenten nutzen gern das Angebot der Göttinger Verkehrsbetriebe. Bei den Uni-Wahlen sprachen sie sich für die Beibehaltung des Bus-Semestertickets aus. Foto: bsc

Göttingen. Das Bahn-Semester-Ticket, das Semesterticket für die Stadtbusse und das Kultur-Ticket stehen bei den Göttinger Studenten hoch im Kurs. Bei den Urabstimmungen der Uni-Wahlen gab es klare Mehrheiten für alle drei Angebote.

Das im Angebot veränderte Kultur-Ticket erhielt 6101 Ja-Stimmen bei 2444 Nein-Stimmen, berichtet Urabstimmungsleiter Christian Cordts. Es kostet im Wintersemester 2015/16 neun Euro sowie im Sommersemester 2016 8,40 Euro. Derzeit sind für das Ticket 9,80 Euro bezahlen.

Hier die wesentlichen Veränderungen: Der Live-Club Exil und die Uni-Sammlungen werden ab Oktober 2015 nicht mehr Teil des Angebots sein. Hintergrund ist die offenbar unterdurchschnittliche Nutzung des Exil-Angebots durch die Studenten, wie Untersuchungen des Allgemeine Studierendenausschusses (AStA) ergaben. Stattdessen sind künftig einige Spiele des Basketballteams BG Göttingen, sowie des Fußballvereins SC Göttingen 05 im Ticket enthalten.

Unverständnis

Mit Unverständnis reagierte der Vorstand des Rockbüros Göttingen auf die Entscheidung des AStA zur Herausnahme des Live-Clubs Exil aus dem Angebot des Kultur-Tickets.

Das Exil ist aus Sicht des Rockbüros seit vielen Jahren der einzige echte Live-Club in Göttingen mit einer Kapazität von 200 Gästen und schließt damit eine wichtige Lücke im Kulturangebot der Uni-Stadt. Mit der monatlichen Blues’n’Boogie Küche und dem Nachwuchsfestival „Helden von heute“ biete das Exil zwei einzigartige Veranstaltungsreihen. Das Kulturbüro fordert den AStA zur Diskussion auf.

Breite Zustimmung gab es für die Angebote zur Mobilität: Das Bahn-Semesterticket erhielt 7544 Ja-Stimmen bei 1199 Nein-Stimmen, so Urabstimmungsleiter Cordts. Es kostet im Wintersemester 2015/16 107,51 Euro, im Sommersemester 2016 108,67 Euro. Neu im Semesterticket enthalten sind ab Oktober 2015 Linien der Nord-West-Bahn und der Westfalenbahn sein. Dann kann man mit dem Semesterticket bis nach Bielefeld fahren. Im aktuellen Wintersemester kostet das Semesterticket 107,24 Euro, im kommenden Sommersemester 110,27 Euro.

Das Bus-Semesterticket für die Göttinger Stadtbuslinien wurde ebenfalls bestätigt. Es bekam 6489 Ja-Stimmen bei 2339 Nein-Stimmen. Es kostet im Wintersemester 2015/16 sowie im Sommersemester 2016 jeweils 28,90 Euro. Derzeit sind 26,90 Euro pro Semester zu berappen. (bsc)

Studentenparlament: Die Suche nach Mehrheiten

Bei den Wahlen zum Studierendenparlament gab es keine klaren Mehrheiten. Nur etwa 20 Prozent der Studenten, etwa zehn Prozent weniger als im Vorjahr, beteiligten sich an der Abstimmung.

Nun beginnt die Suche nach Mehrheiten: Eine Koalition aus der Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) und des Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDS) hat im Parlament keine Mehrheit. Sie stellten im vergangenen Jahr zusammen mit den Unabhängigen Medizinern den Allgemeine Studierendenausschusses (AStA). Um eine Mehrheit zu bekommen, müssten ADF und RCDS jetzt beispielsweise mit der Liberalen Hochschulgruppe koalieren.

ADF, Juso-Hochschulgruppe und Grüne Hochschulgruppe (GHG) sowie ADF und GHG könnten ebenfalls Koalitionen bilden, um den AStA zu stellen. Voraussichtlich bei der konstituierenden Sitzung Ende Februar soll der neue AStA gewählt werden.

Parlament wurde größer

Das Studierendenparlament wächst wegen der steigenden Studentenzahlen von 53 auf 57 Sitze an. Die absolute Mehrheit liegt bei 29 Mandaten. Hier die Sitzungverteilung im Einzelnen: Die Grüne Hochschulgruppe (GHG) kommt auf zwölf Sitze (plus drei). Die Arbeitsgemeinschaft Demokratischer Fachschaftsmitglieder (ADF) bekommt 19 Sitze (plus zwei). Die Juso-Hochschulgruppe (Juso-HDG) sicherte sich sechs Sitze (minus ein).

Die Basisgruppenliste (BGL) verdoppelt die Anzahl ihrer Sitze von zwei auf vier. Der Ring Christlich Demokratischer Studenten (RCDC) bekommt einen Sitz mehr und hat künftig neun Mandate. Die Liberale Hochschulgruppe bleibt im Parlament und holt wie im Vorjahr ein Mandat. „Die Partei“-Hochschulgruppe zieht mit drei Sitzen (plus eins) erneut ins Studierendenparlament ein. Die Gruppe Schwarz-Rot-Kollaps (srk) hat künftig drei Mandate (plus eins). Die neu angetretenen Listen „Linke.SDS“ sowie die „Junge Alternative Hochschulgruppe“ gingen leer aus. Die Unabhängigen Mediziner, die im vergangenen Jahr fünf Sitze holten, traten nicht wieder an. Das gilt auch für die Piraten. (bsc)

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