Göttinger Symphonie Orchester: Auf dem Weg zu neuen Ufern

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Vor der letzten Saison des Chefdirigenten des Göttinger Symphonie Orchesters: Bei Christoph-Mathias Mueller (Mitte) ist schon ein wenig Wehmut spürbar. Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lipski (links) und Geschäftsführer Klaus Hoffmann halten nach einem Nachfolger Ausschau.

Göttingen. Mit einem besonderen Programm nimmt Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller mit seiner letzten Saison Abschied vom Göttinger Symphonie Orchester (GSO). Es geht zu „Neuen Ufern“, so das Motto.

„Eine ganze Reihe von Spätwerken, die in der kommenden Saison auf dem Spielplan stehen, laden dazu ein, sich mit dem Thema Abschied auseinanderzusetzen“, sagte Mueller bei der Vorstellung des Programms.

Den Auftakt bildet am Samstag, 2. September, ein Konzert, das Mueller am Herzen liegt. Dabei will er 100 Jahre nach der Revolution in Russland den Komponisten Alexander Weprik vorstellen, der 1950 zu acht Jahren Lagerhaft verurteilt wurde und früh an den Folgen starb. Mit dem Sonderkonzert soll auch der anderen unschuldigen Opfer des Gulag-Systems gedacht werden.

Den Abschluss bildet am 29. und 30. Juni kommenden Jahres das Konzert „Grenzenlos“, das zum 40-jährigen Bestehen der Städtepartnerschaft zwischen Göttingen und dem polnischen Thorn stattfindet. Dabei werden Karol Szymanowskis Stabat Mater op. 53 und Gustav Mahlers Symphonie Nr. 2 c-Moll „Auferstehungssymphonie“ gespielt. Das GSO spielt gemeinsam mit dem Symphonie Orchester Thorn. Bei der Präsentation der neuen Saison wurde deutlich, wie stark das Orchester auf Unterstützung angewiesen ist. 75 Prozent des Fünf-Millionen-Etats werden durch jährliche Zuschüsse des Landes Niedersachsen und der Stadt Göttingen (jeweils 1,5 Millionen Euro) sowie des Landkreises Göttingen (680.000 Euro) und des Landschaftsverbandes Südniedersachsen (10.000 Euro) gedeckt. 115.000 Euro brachte im vergangenen Jahr der Förderverein des Orchesters auf. Viele der treuen Freunde des GSO kamen zur Programmvorstellung.

Chefdirigent Mueller ist mit seinem Orchester richtig zufrieden: Es habe sich in den vergangenen 13 Jahren unglaublich entwickelt – und er selbst auch, sagte der Generalmusikdirektor nicht ganz unbescheiden.

Wo ihn der Weg nach seinem Abschied aus Göttingen führen wird, wollte der 50-Jährige nicht verraten. Nur soviel: „Sie müssen sich um mich keine Sorgen machen.“

Orchester sucht nach neuem Chef

Das Göttinger Symphonie Orchester (GSO) sucht mehr als ein Jahr vor dem Weggang von Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller schon nach einem Nachfolger.

Am Rand der Programmvorstellung wurde bekannt, dass es bereits Probedirigate gab. Aufsichtsratsvorsitzender Stefan Lipski deutete an, dass sich das Orchester voraussichtlich im ersten Halbjahr für einen neuen Chef entscheiden könnte. Damit soll ein reibungsloser Übergang vom bisherigen Chefdirigenten und Generalmusikdirektor ermöglicht werden.

Mueller, der seit 2005 an der Spitze des GSO steht, hatte im vergangenen Jahr angekündigt, seinen Vertrag nicht mehr zu verlängern.

Kulturelle Begegnung: Schwyzerörgeli, Bandoneon und Akkordeon

Auf besondere kulturelle Begegnungen setzt GSO-Chefdirigent Christoph-Mathias Mueller in einem seiner Zyklen. Dabei begegnen sich gleich drei Vertreter des Akkordeons: Bei Perspektive Argentinien ist das Bandoneion zu hören. Bei dem Schweizer Abend erklingt das Schwyzerörgeli und bei Perspektive Balkan dürfen sich die Besucher auf ein Akkordeon freuen. Außerdem ist es Mueller gelungen, zwölf Gastdirigenten zu verpflichten. Zudem treten insgesamt 34 Gastsolisten bei den mehr als drei Dutzend Konzerten allein in Göttingen auf. Ein Renner, bei dem die Karten schnell vergriffen waren, kommt erneut ins Programm. Kinofans dürfen sich 2018 erneut auf zwei Nächte der Filmmusik in der Sparkassen-Arena freuen. Weiterhin gibt es wieder drei Familienkonzerte in Göttingen, um Kinder und Jugendliche an die klassische Musik heranzuführen. Weitere Informationen zur neuen Spielzeit gibt es im Internet.

www.gso-online.de

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