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Göttinger Tatort-Kommissarin Lindholm geht fremd – im „Udoversum“

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Tatort: Statt in Göttingen mit Anaïs Schmitz alisa Florence Kasumba ermittelt Kommissarin Charlotte Lindholm diesmal in Hamburg. Maria Furtwängler hat die Folge als Produzentin gestaltet. Regie führt Detlev Buck.
Tatort: Statt in Göttingen mit Anaïs Schmitz alisa Florence Kasumba ermittelt Kommissarin Charlotte Lindholm diesmal in Hamburg. Maria Furtwängler hat die Folge als Produzentin gestaltet. Regie führt Detlev Buck. © Frizzi Kirkhaus/NDR/NH

Die eigentlich von Hannover nach Göttingen versetzte Tatort-Ermittlerin Charlotte Lindholm geht fremd: Maria Furtwängler hat die jüngste Folge des NDR-Tatorts „Alles kommt zurück“ zusammen mit Kerstin Ramcke produziert – gedreht wurde aber eben nicht in Göttingen, sondern in Hamburg.

Göttingen/Hamburg – Gesendet wird die Folge am Sonntag, 26. Dezember, um 20.15 Uhr in der ARD. Regie führt Detlev Buck.Der Dreh in Hamburg habe aber keine nachhaltigen Auswirkungen: Es sei nicht geplant, nicht mehr in Göttingen mit ihrer Partnerin Anaïs Schmitz alias Florence Kasumba zu ermitteln, sagt Furtwängler. „Nach dieser Solo-Ermittlung in Hamburg wird Charlotte Lindholm den nächsten Fall wieder gemeinsam mit ihrer Kollegin Anaïs Schmitz lösen“, meldet der NDR.

Die gute Zusammenarbeit mit ihrem Produktionsteam beim „Tatort“ in den vergangenen Jahren hatte der Schauspielerin Furtwängler offenbar Lust auf mehr gemacht, die wollte auch einmal produzieren, eine Folge, die nun als außergewöhnlich bezeichnet werden kann, und in der ein prominenter Gast und Freund Furtwänglers mitspielt: Udo Lindenberg.

Idee und Drehbuch sind von Autor Uli Brée, gehen auf die musikalische Zusammenarbeit zwischen Furtwängler und Lindenberg zurück, die 2018 gemeinsam den Song „Bist Du vom KGB?“ aufnahmen. Furtwängler trat auch in einer Konzert-Filmproduktion Lindenbergs auf.

„Schauspiel ist natürlich eine darstellende Kunst, während man als Produzentin einen größeren Hebel hat und viel stärker Thema und Richtung des ganzen Projektes mitbestimmt“, sagte die 55-Jährige der DPA. Gleichzeitig habe sie „in einer total angenehmen und vertrauensvollen Zusammenarbeit auf Augenhöhe“ mit Co-Produzentin Kerstin Ramcke vor allem auf Teamarbeit gesetzt. „Man ist wie ein Team-Coach, der dafür sorgt, dass alle ihren Raum haben, um den Film realisieren zu können.“

Singt und schauspielert das erste Mal im Tatort: Udo Lindenberg hat mit Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) zu tun, die sonst in Göttingen ermittelt.
Singt und schauspielert das erste Mal im Tatort: Udo Lindenberg hat mit Kommissarin Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler) zu tun, die sonst in Göttingen ermittelt. © Frizzi Kirkhaus/NDR/nh

Dabei habe sie durchaus auch Fehler gemacht: „Das war wirklich der Klassiker. Ich hatte den Ehrgeiz, die Produzentin zu sein, die alle glücklich macht und für alle ein offenes Ohr hat.“ Aber: Man könne eben nicht alle glücklich zu jeder Zeit machen und muss sich auch mal unbeliebt machen. „Und da habe ich mich aufgerieben zwischen den Fronten.“

Dank dieser Erfahrung aber gehe sie als Schauspielerin nun auch offener ans Set. Sie habe jetzt sicher mehr Verständnis für die Nöte der Produzenten als zuvor. „Das ist schon nicht leicht, so ein Team zusammenzuhalten und dabei zu gucken, dass am Ende auch etwas dabei rumkommt“, schildert sie.

Bald wieder in Göttingen: Dort ermittelt Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, rechts) sonst mit Anaïs Schmitz (Florence Kasumba). Hier auf dem Dach des Iduna-Hochhauses.
Bald wieder in Göttingen: Dort ermittelt Charlotte Lindholm (Maria Furtwängler, rechts) sonst mit Anaïs Schmitz (Florence Kasumba). Hier auf dem Dach des Iduna-Hochhauses. © NDR/Manju Sawhney/nh

Furtwängler hofft nun, dass der „Tatort: Alles kommt zurück“ am 26. Dezember, 20.15 Uhr – trotz der Konkurrenz mit „Das Traumschiff“ auf dem ZDF und „The Masked Singer“ auf ProSieben – gute Einschaltquoten bekommt. „Die Konkurrenz ist schon hart: Aber ich bin trotzdem wirklich stolz und glücklich mit dem Film. Insofern ist es auch so gut. Aber ‘ne schöne Quote wäre natürlich die Krönung.“

Auch für Udo, der nach einem Mini-Auftritt 1976 in der Hamburger Kult-Kneipe „Onkel Pö“ nun die erste „richtige“ Tatort-Rolle hat. Und „In „Alles kommt zurück“ werden auch zwei Songs aus dem aktuellen Album „Udopium – das Beste“ zu hören sein. Und zwischen Maria und Udo knistert es im Film auch kräftig.

Udo Lindenberg hegt übrigens eine langwährende Verbindung zum „Tatort“: Die Titelmelodie ist jedem bekannt. Sie stammt aus der Feder von Klaus Doldinger. Aber wer weiß schon das? In der Erstversion des Musikstücks aus 1970 spielte Udo Lindenberg das Schlagzeug, der damals Drummer im Jazz-Quartett von Doldinger war. Seit 1978 aber gibt es eine neue Version der Titelmelodie, die ohne Udo auskommt.

Für Maria Furtwängler wird es, wie sie sagt, „ein außergewöhnlichen Ausflug als Ermittlerin Lindholm von Göttingen nach Hamburg sein, „ins ‘Udoversum‘ das Reich des Udo Lindenberg, das Göttingen freilich nicht bieten kann. Tatort: „Alles kommt zurück, ARD, Sonntag, 26. Dezember, 20.15 Uhr. (Thomas Kopietz, mit dpa)

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