Verdi wertet Verhandlungsergebnis als Erfolg

Göttinger UMG Gastronomie: Mehr Geld für 200 Beschäftigte

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Im Februar hatten Mitarbeiter der UMG Gastronomie noch für faire Löhne gestreikt: Jetzt wurde bei den Verhandlungen ein Durchbruch erzielt.

Göttingen. Bei den Tarifverhandlungen für die gut 200 Beschäftigten der Göttinger UMG Gastronomie wurden am Donnerstag ein Durchbruch erzielt.

Der Kompromiss sieht deutliche Lohnsteigerungen vor, so Verdi. Das Unternehmen ist eine Tochter der Universitätsmedizin Göttingen (UMG). Nach Angaben der Gewerkschaft Verdi soll 2017 die Vergütung einer großen Beschäftigungsgruppe, die bislang „Niedriglöhne von etwa 1600 Euro“ bei einer Vollzeitstelle erhält, um 200 bis 370 Euro steigen – bis 2019 sogar um bis zu 580 Euro im Monat.

Das Niveau liegt nach Angaben von Verdi allerdings trotz der Erhöhung noch immer deutlich unter dem Niveau des Tarifvertrags der Länder, nach dem die übrigen Beschäftigten der UMG bezahlt werden. Ein weiteres Problem: Bei den Tochterfirmen der UMG bekommen neu eingestellte Mitarbeiter weniger Geld als Beschäftigte, die noch die alten Verträge haben.

„Der Kompromiss ist ein großer Schritt in Richtung mehr Lohngerechtigkeit. Die selbstbewusst organisierten Beschäftigten haben sich Respekt erkämpft, deshalb konnten wir auf Augenhöhe verhandeln. Nun müssen die Kollegen entscheiden, ob dieser Kompromiss für die nächsten drei Jahre gelten soll“, sagt Verdi-Verhandlungsführer Patrick von Brandt. Bis zum 15. Mai können beide Seiten über die Annahme des Kompromisses beraten.

Die Tarifeinigung sieht eine komplett neue Entgelttabelle mit deutlich höheren Gehältern und mehr Geld für die Auszubildenden. Außerdem steigt der Mindestjahresurlaub bei einer Fünf-Tage-Woche von derzeit 25 Tage auf 26 Tage im kommenden Jahr. 2019 soll es dann 27 Tage und im Jahr darauf 28 Tage Urlaub geben. Die regelmäßige Wochenarbeitszeit soll mit Inkrafttreten des neuen Tarifvertrags um eine halbe Stunde auf 38,5 Stunden sinken.

„Luft nach oben“

„Es bleibt noch Luft nach oben, sowohl in der monatlichen Bezahlung, bei der Jahressonderzahlung, den Zuschlägen und der noch fehlenden Betriebsrente. Aber für uns ist dieser Kompromiss ein großer Schritt in Richtung mehr Gerechtigkeit und deshalb werden wir jetzt erst mal feiern“, sagt Bettina Ludewig, die der Verhandlungskommission angehörte.

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