Groner Straße

Göttinger Weltbild-Laden ist zu - Käufer von 67 Filialen pleite

Hier wird abgebaut: Der ehemalige Weltbild-Laden in der Groner Straße 34. Foto: Kopietz

Göttingen. Der ehemalige Weltbild-Buchladen in der Göttinger Innenstadt ist geschlossen.

Das Geschäft in einer 1a-Lage in der Groner Straße 34 war zunächst weitergeführt worden, nachdem die Augsburger Weltbild-Zentrale zum Jahresanfang bekanntgegeben hatte, dass sich das Unternehmen von fast jeder zweiten Buchfiliale trennen will, weil diese Läden nicht die Erwartungen an die Geschäftsentwicklung erfüllt hätten. Die Weltbild-Gruppe hatte im Januar 2014 Insolvenz angemeldet. Der Filialhandel war zunächst aber nicht betroffen.

Zum 1. Februar 2015 hatte der in der Branche weitgehend unbekannte Unternehmer Rüdiger Wenk mit seiner Gesellschaft 67 Läden mit etwa 400 Mitarbeitern übernommen. Seitdem wurden mehrere Filialen geschlossen. Wenk wollte aus dem Mischwarenangebot ein reines Bücherangebot machen. Ende Juli schließlich meldete die DPA: Der Käufer der 67 Weltbild-Filialen sei pleite, das Insolvenzverfahren eröffnet worden.

Die Verlagsgruppe Weltbild aus Augsburg beschäftigte vor drei Jahren noch etwa 6800 Mitarbeiter und unterhielt 330 Filialen – darunter auch eine in Göttingen. Jetzt sind es laut Firmeninformation auf der Internetweite 130 Filialen in Deutschland, Österreich und der Schweiz. Mit dem Portal weltbild.de sowie der von Springer und Holzbrinck angebotenen Plattform buecher.de ist die Verlagsgruppe in Deutschland einer der Hauptkonkurrenten von Amazon. Weltbild rangiert auf der Liste der größten deutschen Medienkonzerne aktuell auf Rang 9, noch vor der Funke Mediengruppe.

Ins Wanken geraten war der zweitgrößte Buchkonzern bereits im November 2013. Damals hatte nach Berichten des Frankfurter Allgemeinen Zeitung und des Handelsblattes eine Kapitalspritze der Gesellschafter von 60 Millionen Euro den Betrieb vor dem Insolvenzverfahren bewahrt.

Die Weltbild-Gruppe wurde einst von zwölf katholischen Bistümern, dem Militärbischofsamt und dem Verband der Diozösen Deutschlands betrieben. Die Bischofskonferenz hatte dann 2011 den Ausstieg beschlossen.

Jetzt ist die Weltbild Gruppe 40 Prozent von Wirtschaftsprüfer Arndt Geiwitz als Vertreter der Gläubiger über das Vermögen der Verlagsgruppe Weltbild. Mehrheitbeteiligter ist mit 60 Prozent das Düsseldorfer Beratungs- und Investmenthauses Droege International Group AG. Die Droege Group hat die unternehmerische Führung. Ende Juli 2015 hatte der Logistikbereich der Gruppe Insolvenz angemeldet. (tko)

www.weltbild.de

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