Großer Bahnhof zum Abschied von Wohnungsbau-Geschäftsführer Köhler

Das war es: Rolf-Georg Köhler bekam viele Geschenke und noch mehr Lob zum Abschied als Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft – rechts Prokuristin Andrea Priebe. Foto: Kopietz

Göttingen. Rustikal – im Großzelt auf der Wiese, mit Bratwurst und Steaks –, aber auch mit großer Besetzung aus Politik, Wirtschaft und Bewohnerschaft, wurde der Geschäftsführer der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft, Rolf-Georg Köhler am Freitag verabschiedet – er wechselt am 1. November auf den Chefsessel im Rathaus.

Es wurde für Köhler und die mehr als 30 Mitarbeiter ein bewegender Abschied, vor dem der Protagonist „Bammel hatte“, wie er der HNA vorher gestand. Bammel, weil Köhler ein emotionaler Mensch ist und Gefahr lief, von den Gefühlen übermannt zu werden.

Doch er stand auch die Lobreden der Redner durch. Dabei wurden die großen Leistungen während seines Wirkens seit 2006 hervorgehoben. Köhler habe viel für den Wohnungsbau, aber auch für die Stadtentwicklung getan.

Dafür sprechen die Zahlen, die Oberbürgermeister und Aufsichtsratsvorsitzender Wolfgang Meyer nannte: Die Gesellschaft betreute 4547 Wohnungen, eine Altentagesstätte, drei Kitas, ein Jugendhaus und mehr als 600 Garagen. 14,3 Millionen Euro wurden in Sanierungen gepumpt. Aus 25 Millionen Umsatz 2013 blieben immerhin 2,5 Millionen Gewinn übrig. Noch ein Verdienst: Die durchschnittliche Netto-Kaltmiete beträgt 4,94 Cent/Quadratmeter. „Die Gesellschaft wirkt so regulierend auf das Mietpreisniveau in Göttingen, das viel zu hoch ist“, sagte Meyer. „Zu dieser Erfolgsgeschichte hat Rolf-Georg Köhler maßgeblich beigetragen, der für die Städtische Wohnungsbau manch positives Ding gedreht hat.“

Viel Lob erntete Köhler von den Mitarbeitern: Er hätte stets die Menschen im Blick gehabt. Und am Schreibtisch sei er weniger als auf den Baustellen gewesen.

„Es ist mir immer wichtig gewesen, ein persönliches Wort mit den Mitarbeitern zu sprechen“, betonte der Chef, der nahbar war und das auch im Rathaus als Oberbürgermeister bleiben will. Für ihn bedeute Arbeiten auch immer den Menschen zugewandt zu sein. Dafür gab es am Ende stehende Ovationen für Köhler.

Bilder von der Verabschiedung

Abschied von Rolf-Georg Köhler in Göttingen

Viel erreichen will Köhler auch für die Stadt, die aber ein schwerfällige Tanker im Vergleich zum wenigen Boot Städtische Wohnungsbau sei, wie ein Redner sagte.

Köhler selbst zeigte sich in seiner freien Rede authentisch, nannte Projekte für den ihm ermöglichten Schaffensfreiraum, so die mit dem Architekten Sergio Pascolo realisierten und bundesweit prämierten „Roten Häuser“ auf den Zietenterrassen. Und Köhler blieb authentisch: „Alleine habe ich gar nichts geschafft, das waren wir zusammen.“ Ganz Wohnungsbauer appellierte er: „Die öffentliche Hand muss wieder mehr Geld für den Wohnungsbau in die Hand nehmen.“

Damit nahm er auch sich als neuen Bürgermeister in die Pflicht. Und, dass es viel zu tun gibt, konnte er schon am Samstag in der City sehen: Dort zogen hunderte Demonstranten durch die Straßen. Sie forderten mehr bezahlbaren Wohnraum.

Einen Blumenstrauß gab es übrigens für seine Nachfolgerin Claudia Leuner-Haverich. „Danke, dass Du Deinen Geburtstag hier heute feierst“, scherzte Köhler vor den 350 Gästen.

Von Thomas Kopietz

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