Wie ein großes Lied: Parsifal-Adaption im Jungen Theater

Steht in der Parsifal-Produktion des Jungen Theaters Göttingen auf der Bühne: Opernsängerin Ute Eisenhut. Foto: Brüßler
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Steht in der Parsifal-Produktion des Jungen Theaters Göttingen auf der Bühne: Opernsängerin Ute Eisenhut. Foto: Brüßler

Göttingen. Jung, facettenreich und beschwingt präsentiert sich die Göttinger Adaption von Richard Wagners Opern-Epos Parsifal. Die Produktion „Parsifal. Einer von uns, mit uns, unter uns“ der Künstlergruppe „Kidnap someone and make him happy“ feiert am Samstag, 31. Mai, Premiere im Jungen Theater, an der Hospitalstraße 6.

Das Regie-Team um die Künstlerische Leiterin Eva-Maria Baumeister, Dramaturgin Felizitas Kleine und Autorin Daniela Dröscher gastiert zum ersten Mal in Göttingen. Schauspieler des Jungen Theaters, die musikalische Leiterin Julia Klomfaß und Opernsängerin Ute Eisenhut ergänzen die Produktion.

Im Gegensatz zur opulenten Bayreuther Inszenierung sollen in Göttingen die Fragilität und Zartheit des Stücks im Mittelpunkt stehen, betont Dramaturgin Kleine. „Unsere Interpretation ist viel freier, aber trotzdem noch Wagner.“ Der Blick solle auf das heutige Miteinander der Generationen gerichtet werden, ergänzt Eva-Maria Baumeister. „Figuren und Motive werden in die Gegenwart übersetzt und mit einem neuen Text, einer neuen Sprache und Geschichte verbunden.“

Wie ein großes Lied klinge die 80-minütige Aufführung, die eine starke Konzentration aufs Hören erfordere. Zum Inhalt: Die junge Frau Kundry ist im Krankenhaus. Sie glaubt, an einer unheilbaren Krankheit zu leiden. Plötzlich stürmt ein junger Mann mit einer Kopfwunde herein – Parsifal. Kundry hilft ihm und aus der scheinbar zufälligen Begegnung wird eine schicksalhafte Nacht.

Die Künstlergruppe hat sich dazu entschlossen, Kinder mit in das Stück aufzunehmen: „Wir wollten wissen, wie Kinder Parsifal hören und wie viel dann noch von Wagner übrigbleibt. Sie produzieren in der Aufführung Töne, singen und gestalten Themen und Motive der Oper neu“, sagt Julia Klomfaß. Durch eine Ausschreibung wurden Göttinger Kinder auf die Produktion aufmerksam. Mit Geige, Xylophon sowie Trommeln und Percussion sind sie nun Teil des Bühnenprogramms.

„Im Prozess merkt man die Annäherung von den Schauspielern, Sängern und den Kindern. Es macht viel Spaß, mit den Kindern zu arbeiten. Manchmal spielen sie nicht mit, sind dann aber wieder viel freier und schneller und improvisieren als Profis“, erzählt Klomfaß. Dramaturgin Kleine ergänzt: „Wenn man Wagner kennt, wird man Teile der Oper wiedererkennen, aber es werden auch viele neue Facetten auftauchen.“

Auch Kinder sind sehr als Besucher erwünscht. Für die Premiere am Samstag, 31. Mai, gibt es noch Restkarten. (zli)

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