In Tunnel zwischen Göttingen und Kassel

Großübung auf ICE-Strecke: 500 Retter trainierten Einsatz nach Zugunfall

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Großübung mit 500 Aktiven: Ein Abschnitt an der Schnellfahrstrecke bei Jühnde war deshalb taghell erleuchtet.

Taghell erleuchtet war in der Nacht zum Sonntag ein Abschnitt an der ICE-Schnellfahrstrecke bei Jühnde in der Gemeinde Dransfeld: Simuliert wurde ein Unfall mit einem Personenzug im Leinebuschtunnel.

Der Tunnel befindet sich auf der Neubaustrecke zwischen Göttingen und Kassel. 500 Teilnehmer waren in die Großübung eingebunden. Feuerwehren, Hilfsdienste, Technisches Hilfswerk, Bundes- und Landespolizei sowie die Deutsche Bahn waren mit etwa 70 Fahrzeugen vor Ort. Sie mussten sich um fast 40 „Verletzte“ kümmern. Beteiligt waren Aktive aus dem gesamten Göttinger Kreisgebiet.

Als Szenario wurde folgender Fall angenommen: Bei Fahrübungen von zwei Jugendlichen auf dem Tunnelrettungsplatz am Nordportal des Leinebuschtunnels geriet ein Auto durch einen Fahrfehler in die Nähe der Gleise. Dadurch wurde bei einem aus Kassel kommenden ICE eine Notbremsung ausgelöst. Der Zug kam dadurch mitten im 1740 Meter langen Leinebuschtunnel zum Stehen. 36 Insassen erlitten dabei zum Teil schwere Verletzungen. Alle wurden zuvor realistisch geschminkt und spielten ihre Rolle gut.

Rettung von "Verletzten": Sie wurden von dem Tunnelrettungszug ins Freie gebracht.

Der Alarm wurde kurz nach 1 Uhr ausgelöst. Die ICE-Strecke, die nachts normalerweise vom Güterverkehr befahren wird, wurde erst zu diesem Zeitpunkt gesperrt. Während die Rettung der beiden Autoinsassen am Nordportal Feuerwehren aus der Gemeinde Rosdorf übernahmen, wurde das Südportal von Aktiven aus dem Dransfelder Bereich angefahren. Auf dem dortigen Rettungsplatz wurde eine Sammelstelle für die Rettungsdienste eingerichtet, die die Patienten sichteten, behandelten und abtransportierten – in die Turnhalle in Dransfeld.

Die „Verletzten“ wurden zuvor mit dem in Kassel stationierten Rettungszug der Deutschen Bahn aus dem Tunnel gefahren. Besetzt war er unter anderem von Kräften der Berufsfeuerwehr Kassel, aber auch mit Atemschutzgeräteträgern der Gemeindefeuerwehr Dransfeld. Direkt am Gleis bauten Feuerwehrkräfte zudem eine spezielle Brücke auf, über die die Geretteten ins Freie gebracht wurden.

„Ich bin angetan, mit welcher Routine diese Übung abgearbeitet wurde“, sagte Fritz Güntzler, CDU-Bundestagsabgeordneter, der die Übung begleitete. „Es handelt sich zu einem Großteil um ehrenamtliche Kräfte, und ich finde es toll, dass es dieses Engagement gibt. Das lässt mich ruhiger Bahn fahren.“

Das Übungsende war gegen 5 Uhr am Morgen. Ab 6.30 Uhr rollten die ersten regulären Züge wieder über die Gleise. Ausgearbeitet worden war die Großübung bereits seit August vergangenen Jahres unter der Federführung von Achim Spangenberg, Brandabschnittsleiter West, und Tim Hallemann vom Bevölkerungsschutz des Landkreises Göttingen.

Großübung auf ICE-Strecke: 500 Retter trainierten Einsatz nach Zugunfall

Taghell erleuchtet war in der Nacht zum Sonntag ein Abschnitt an der ICE-Schnellfahrstrecke bei Jühnde in der Gemeinde Dransfeld: Simuliert wurde ein Unfall mit einem Personenzug im Leinebuschtunnel auf der Neubaustrecke zwischen Göttingen und Kassel. 500 Teilnehmer waren in die Großübung eingebunden. © Stefan Rampfel
Taghell erleuchtet war in der Nacht zum Sonntag ein Abschnitt an der ICE-Schnellfahrstrecke bei Jühnde in der Gemeinde Dransfeld: Simuliert wurde ein Unfall mit einem Personenzug im Leinebuschtunnel auf der Neubaustrecke zwischen Göttingen und Kassel. 500 Teilnehmer waren in die Großübung eingebunden. © Stefan Rampfel
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Taghell erleuchtet war in der Nacht zum Sonntag ein Abschnitt an der ICE-Schnellfahrstrecke bei Jühnde in der Gemeinde Dransfeld: Simuliert wurde ein Unfall mit einem Personenzug im Leinebuschtunnel auf der Neubaustrecke zwischen Göttingen und Kassel. 500 Teilnehmer waren in die Großübung eingebunden. © Stefan Rampfel

Auswertung der Übung erfolgt in den kommenden Tagen

Die letzte vergleichbare Übung auf der Schnellfahrstrecke der Deutschen Bahn gab es 2014 im Rauhebergtunnel nahe Lippoldshausen. „Auch heute war es eine komplexe Einsatzlage. An einigen Stellen haben wir gesehen, wo Abläufe und Schnittstellen optimiert werden können“, sagte Kreisbrandmeister Volker Keilholz.

Die Auswertung der kompletten Übungsergebnisse steht noch aus und wird in den kommenden Tagen geschehen.

Göttingens Kreisrätin Marlies Dornieden stimmte Keilholz zu: „Wir haben den einen oder anderen Fehler gesehen.“ Sie dankte den vielen Einsatzkräften, die sich die ganze Nacht um die Ohren schlagen. „Alle waren hoch konzentriert und mit großem Engagement im Geschehen.“ 

Primäre Übungsziele waren die Einrichtung und der Betrieb von Bereitstellungsräumen, die Abstimmung der Führungskräfte der einzelnen Fachdienste und Einheiten, die Evakuierung aus dem Tunnel, vor allem auch von gehbehinderten Personen, und die Versorgung von Verletzten außerhalb des Tunnels. Geübt werden sollte auch der Funkbetrieb auf verschiedenen Führungsebenen sowie die Beleuchtung und die Versorgung der Einsatzstelle mit Strom.

Hier befindet sich der Leinebuschtunnel:

Folgende Organisationen und Institutionen waren beteiligt (alphabetische Reihenfolge)

  • Allgemeiner Rettungsverband Niedersachsen-Süd
  • Arbeiter-Samariter-Bund, Kreisverband Göttingen-Land
  • Arbeiter-Samariter-Bund, Kreisverband Northeim / Osterode
  • Berufsfeuerwehr Göttingen, Rettungsdienst
  • Berufsfeuerwehr Kassel, Rettungszugbesatzung
  • Bundespolizeiinspektion Hannover
  • Deutsche Bahn Netz AG, Rettungszug Kassel und Notfallmanagement
  • Deutsches-Rotes-Kreuz, Kreisverband Duderstadt
  • Deutsches-Rotes-Kreuz, Kreisverband Göttingen-Northeim
  • Deutsches-Rotes-Kreuz, Kreisverband Goslar (Notfalldarstellung)
  • Deutsches-Rotes-Kreuz, Kreisverband Kassel-Land (Notfalldarstellung)
  • Deutsches-Rotes-Kreuz, Kreisverband Osterode am Harz
  • ELW-2 Gruppe Nord der Kreisfeuerwehr Landkreis Göttingen
  • ELW-2 Gruppe Rhumspringe der Kreisfeuerwehr Landkreis Göttingen
  • Fachzug Logistik Nord der Kreisfeuerwehr Landkreis Göttingen
  • Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Rosdorf (Ortsfeuerwehren Mengershausen, Obernjesa, Rosdorf)
  • Freiwillige Feuerwehr Gemeinde Staufenberg (Ortsfeuerwehr Landwehrhagen)
  • Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Dransfeld (Ortsfeuerwehren Barlissen, Dankelshausen, Dransfeld, Jühnde, Meensen, Scheden)
  • Freiwillige Feuerwehr Samtgemeinde Radolfshausen (Ortsfeuerwehr Seulingen)
  • Freiwillige Feuerwehr Stadt Hann. Münden (Ortsfeuerwehr Hann. Münden)
  • Johanniter-Unfallhilfe, Ortsverband Bad Grund
  • Johanniter-Unfallhilfe, Ortsverband Göttingen
  • Katastrophenschutzgruppe der Firma R+MediTransport
  • Malteser Hilfsdienst, Ortsgliederung Göttingen
  • Polizeiinspektion Göttingen
  • Regieeinheit Fernmeldedienst der Stadt Göttingen
  • Regieeinheit Versorgungsdienst des Landkreises Göttingen
  • Technische Einsatzleitung für Stadt und Landkreis Göttingen
  • Technisches Hilfswerk, Ortsverband Einbeck (Fachgruppe Beleuchtung)
  • Technisches Hilfswerk, Ortsverband Göttingen (Technischer Zug)
  • Technisches Hilfswerk, Ortsverband Hann. Münden (Technischer Zug)
  • Technisches Hilfswerk, Ortsverband Osterode am Harz (Fachgruppe Führung & Kommunikation)
  • Universitätsmedizin Göttingen

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