Grüne: Jury ohne Zivilcourage

Göttingen. Die Göttinger Grünen sind sauer: Ihr Vorschlag für den Zivilcouragepreis war bei der Preisverleihung am vergangenen Mittwoch nicht einmal erwähnt worden. Die Grünen werfen den Juroren der Bürgerstiftung Ignoranz vor.

Stadtvorstand und Ratsfraktion von Bündnis90/Die Grünen hatten für den Zivilcouragepreis die Menschen vorgeschlagen, die am 10. April in Göttingen die Rückführung eines aus Somalia stammenden Asylbewerbers nach Italien verhindert und so gegen die ihrer Meinung nach unmenschliche Asylgesetzgebung und Abschiebepraxis protestiert haben.

„Es zeugt von merkwürdiger Ignoranz, einen Vorschlag, der sich gegen eine menschenunwürdige institutionelle Praxis und überzogenes Handeln staatlicher Akteure gegenüber Menschen in Not richtet, schlicht nicht zu erwähnen“, so Regine Drewniak vom Grünen Stadtvorstand. Außerdem würde das Handeln der engagierten Menschen herabgewürdigt, sagt Katrin Reuter, Mitglied der Grünen Ratsfraktion. „Das ist kein Weg, Zivilcourage zu stärken; möglicherweise ist das von bestimmten Akteuren hier jedoch auch nicht gewollt.“

Für den Fall, dass der Preis nur personengebunden verliehen werden kann, hatten Die Grünen stellvertretend für die Gruppe eine Person benannt, die sich seit Jahren für eine humanere Praxis im Umgang mit Flüchtlingen und Asylbewerbern einsetzt: Pro Asyl. (tko)

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