Grüne: Trittin und von Cramon sind für Bundestagswahl top gesetzt

Platz zwei: Jürgen Trittin (62) aus Göttingen. Fotos: dpa

Hannover/Göttingen. Zwei Grüne aus der Region stehen mit oben auf der Landesliste für die Bundestagswahl am 24. September: Jürgen Trittin (Göttingen) steht auf Platz 2 und Viola von Cramon (Radolfshausen) auf Platz 6. Das ergab der Landesparteitag in Hannover.

Klare Kante gegen Kohlekraft und Fracking, Absage an ein Bündnis mit der CDU: Mit diesen Zielen ziehen Niedersachsens Grüne in den Bundestagswahlkampf. Zur Spitzenkandidaten kürten sie die Lüneburger Bundestagsabgeordnete Julia Verlinden (38) und Ex-Umweltminister Jürgen Trittin (62). Die promovierte Umweltwissenschaftlerin setzte sich nach einer umjubelten Rede im ersten Wahlgang für Platz eins überraschend deutlich durch: Verlinden erhielt 117 Stimmen, Parlamentsgeschäftsführerin Katja Keul (47/Nienburg) 54, Birgit Brennecke (62/Bothel) neun Stimmen.

„Ich habe Riesenbock, einen selbstbewussten Wahlkampf zu machen“, sagte Verlinden. „Es ist toll, dass wir jetzt gemeinsam voller Elan und für unsere grünen Kernthemen streiten können.“ Bei ihrer kämpferischen Vorstellung hatte sich die Energieexpertin für ein Verbot von Fracking ausgesprochen, das Verhalten der Abgeordneten von CDU und SPD scharf kritisiert. Zuhause im Wahlkreis würden diese sich als Gegner der gefährlichen Gasfördermethode präsentieren. „Dann haben sie aber nicht den Arsch in der Hose, für unser grünes Fracking-Verbots-Gesetz zu stimmen.“ Den möglichen Bündnispartner SPD stimmte Verlinden schon mal auf harte Verhandlungen beim Klimaschutz ein. „Wer mit uns Koalitionsgespräche führen will, kommt am Kohleausstieg nicht vorbei.“ Es gehe allenfalls noch ums Wie.

Grünen-Urgestein Jürgen Trittin holte sich mit einem von der Basis begeistert gefeierten Rundumschlag gegen Populisten, Rüstungsexporte und Steuerflüchtlinge trotz eines Gegenkandidaten 165 von 179 Stimmen für den zweiten Listenplatz. „Wir wollen drittstärkste Kraft werden und CDU/CSU in die Opposition schicken“, gab der Göttinger Bundestagsabgeordnete als Wahlziel vor.

Trittin attackierte auch Niedersachsens Ministerpräsident Stephan Weil (SPD), der seine Pflichten als VW-Aufsichtsrat beim Umbau des Konzerns nicht wahrnehme und „obszöne“ Gehälter und Abfindungen für Vorstände nicht verhindere.

Platz drei der Grünen-Liste ging an die Landtagsabgeordnete und Migrationsexpertin Filiz Polat. Auf den nächsten Plätze folgten der haushaltspolitische Sprecher der Bundestagsfraktion, Sven-Christian Kindler, Katja Keul, und Platz sechs ging an Viola von Cramon (46) aus Radolfshausen. (ymp/tko)

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