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Verbraucherzentrale warnt: Grünkohl oft mit Pestiziden belastet

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Von: Konstantin Mennecke, Thomas Kopietz

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Palme des Nordens mit Frosthaube: Nach dem ersten Nachtfrost beginnt traditionell die Ernte.
Palme des Nordens mit Frosthaube: Nach dem ersten Nachtfrost beginnt traditionell die Ernte. © dpa

Göttingen. Die „Palme des Nordens“ ist Kult im Winter: Grünkohl hat Hochkonjunktur in der Küche – und das nicht nur im Norden. Zumal das Wintergemüse gesund, weil reich an Vitamin C, Zink, Eisen und Folsäure ist. Doch der Genuss ist nicht ungetrübt, wie die Verbraucherzentrale in Göttingen warnt.

Frischer Grünkohl ist häufig mit Pflanzenschutzmitteln, Pestiziden belastet. Die Experten der Verbraucherzentrale raten daher zum Kauf von Grünkohl aus ökologischem Anbau.

Der Grund, Pestizide wie Boscalid seien lange verboten gewesen, aber im Februar 2013 vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit wieder zugelassen worden. Sie standen laut der Umweltorganisation Greenpeace unter dem Verdacht, krebserregend zu sein und in der Umwelt zu verbleiben.

So waren zwischen 2008 und 2012 vom Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit immer wieder Rückstände gefunden worden.

Allgemein sei Grünkohl häufig mit Pestizidrückständen belastet. Laut Verbraucherzentrale waren im Jahr 2012 nur zwei von 17 Proben ohne Rückstände gefunden worden. Sechs der Proben überschritten hingegen die zugelassenen Höchstgehalte, eine Probe enthielt neun verschiedene Pestizid-Rückstände.

Der Austausch oder die Neuzulassung von Pestiziden in der Landwirtschaft ist nach Auskunft des Pflanzenschutzamtes gängige Praxis im Gemüseanbau. „Das allein kann es nicht sein“, kritisiert Sandra Balzani von der Verbraucherzentrale. „Vorrangig sollte im modernen Gemüseanbau auf andere Maßnahmen zurückgegriffen werden, um den Einsatz von Pestiziden zu reduzieren.“

Und was kann der Verbraucher tun? Das Abwaschen, auch mehrfach, des frischen Grünkohls allein genüge laut Verbraucherzentrale zum Schutz vor den Pestiziden nicht. Die Experten raten deshalb zum Kauf von Bio-Ware, denn die sei nicht belastet. (kmn/tko)

Kontakt: Verbraucherzentrale Niedersachsen, Papendiek 24-26, 37073 Göttingen, Telefon 05 51/ 91 19 60. www.verbraucherzentrale-niedersachsen.de

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