Für gute Noten gibt es einen Ausbildungsplatz

Im Ratssaal: GAuS-Projekt Vertragsunterzeichnung der Kreishandwerkerschaft. Die Leiter der sieben teilnehmenden Schulen bekamen eine Projekt-Plakette überreicht. Foto: Schröter

Göttingen. Schüler versprechen gute Abschlüsse und wenig Fehlzeiten, dafür erhalten sie eine Ausbildungsplatzgrantie. Das ist das Kreishandwerkerschaft-Projekt „Garantie für Ausbildung Südniedersachsen“ (GAuS). Am Dienstag unterzeichneten die ersten 46 Schülerinnen und Schüler, darunter zwölf aus dem Altkreis Münden, einen Vertrag.

Ziel des Projektes ist es, ausbildungsfähige und –bereite Hauptschüler für handwerkliche Berufe zu gewinnen, um so dem steigenden Fachkräftemangel entgegenzuwirken. Mit der Unterschrift unter den GAuS-Vertrag garantiert das lokale Bündnis von Wirtschaft, Kommunen und Schulen den beteiligten Hauptschülern der Jahrgänge acht und neun unter bestimmten Voraussetzungen die Vermittlung eines Ausbildungsplatzes – und den Betrieben damit geeignete Auszubildende.

Die Schüler verpflichten sich im Gegenzug, ihren Hauptschulabschluss ohne mangelhafte Leistungen und mit befriedigenden Noten in den Fächern Deutsch, Mathematik und Wirtschaftslehre zu erreichen. Darüber hinaus müssen die Leistungen der Schüler insgesamt mindestens durchschnittlich sein und sie dürfen keine unentschuldigten Fehltage haben.

„Ich bin begeistert, dass wir gleich zum Start fast 50 junge Menschen für unser Projekt gewinnen konnten“, freute sich Kreishandwerksmeister Christian Frölich während des Festaktes, zu dem auch zahlreiche Eltern in den Saal des neuen Rathauses nach Göttingen gekommen waren. Sein besonderer Dank galt dem Bürgermeister der Stadt Hann. Münden, Harald Wegener, der die Idee aus dem nordrhein-westfälischen Meckenheim mitgebracht hatte.

Prominenteste Rednerin war die niedersächsische Bildungsministerin Frauke Heiligenstadt. „Mit dem GAuS-Projekt hat die Kreishandwerkerschaft eine ganz bemerkenswerte Initiative gestartet“, lobte sie. Schüler, die sich für eine Teilnahme daran entschieden haben, hätten „eine gute Wahl“ getroffen. „Ich bin sehr dankbar, dass sich so viele Jugendliche, aber auch so viele Betriebe bereit erklärt haben, diesen Weg zu beschreiten.“

Für Oberbürgermeister Hans-Georg Köhler ist das GAuS-Projekt eines, das von Göttingen aus im ganzen Land Schule machen dürfte. „Es bietet eine hervorragende Perspektive für alle Beteiligten und ist die Anstrengungen, die vor ihnen liegen, auf jeden Fall wert.“ Damit es funktionieren könne, brauche es zwei Partner, die es wirklich ernst meinen. Köhler Appell an die Schüler: Nutzt die Chance.“

Etwas „ganz besonderes für die Schüler und für die Region“ nannte Landrat Bernhard Reuter das Projekt. Es sei angesichts des demographischen Wandels ein wichtiger Schritt in die Zukunft und zeige, wie sich diese in der Region entwickeln kann. „Die teilnehmenden Betriebe helfen sich damit selbst, weil der Fachkräftemangel auch bei uns eines der großen Probleme werden wird“, sagte Reuter.

Von Per Schröter

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