Land, Kreis, Stadt und Gesellschaft schließen Finanzierungsvertrag und haben Pläne

Händel-Festspiele bis 2015 gesichert

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Einig in Sachen Händel-Festspiele: Niedersachsens Kultusministerin Ingrid Wanka, Oberbürgermeister Wolfgang Meyer und Landrat Bernhard Reuter geben Geld für das Festival, unterzeichneten mit Geschäftsführer Tobias Wolff im Alten Rathaus einen Fördervertrag.

Göttingen. Die Internationalen Göttinger Händel-Festspiele können in den kommenden drei Jahren auf finanzielle Unterstützung des Landes, Landkreises und der Stadt Göttingen bauen. In Göttingen unterzeichneten Betreibergesellschaft, Land, Kreis und Stadt einen Rahmenvertrag.

Sehr entspannt waren der Oberbürgermeister und die Kultusministerin schon bevor sie – ebenso gelockert – im Alten Rathaus zur Tat schritten, den Rahmenvertrag zur Förderung der Göttinger Händelfestspiele unterschrieben. Wolfgang Meyer und Ingrid Wanka bereiteten sich auf die Zeremonie im Straßencafe vor. Die Unterschriften von Meyer, Wanka, Landrat Bernhard Reuter und Festival-Geschäftsführer Tobias Wolff sichern den finanziellen Grundstock für Deutschlands ältestes Barockmusikfestival bis einschließlich 2015.

Die Händel-Festspiele werden seit 1920 mit einem jährlich wechselnden Motto in Göttingen ausgerichtet. Besonderes Merkmal ist die Produktion und Inszenierung einer Händel-Oper. 150.000 Euro kommen nun jährlich vom Land Niedersachsen, 138.000 aus dem Stadtsäckel, 50.000 vom Landkreis, die Göttinger Händel-Gesellschaft steuert pro Jahr mindestens 35.000 Euro bei.

Kein Wunder also, dass die Beteiligten kein Problem hatten, freundlich in die Kameras der Fotografen zu schauen. „Die nahe Zukunft und die hohe Qualität der Händel-Festspiele ist damit gesichert, das ist wichtig für alle Beteiligten und ein kulturpolitisches Signal“, sagte Ingrid Wanka und fügte fast pathetisch an: „Händels kulturelles Erbe bleibt lebendig.“

Mehr noch: Die Wirkung der Händel-Festspiele soll international verstärkt werden, besondere Themen sollen dafür sorgen. 2013 werden unter dem Titel „Händel & der Orient“ viele kulturelle – nicht nur musikalische – Angebote präsentiert. So will man auch andere Publikumsgruppen, wie Menschen mit Migrationshintergrund, gewinnen. „Ein wichtiges Ziel“, merkte die Kultusministerin an.

Und für 2020 planen die Organisatoren um Tobias Wolff schon einen Knaller: Dann sollen alle noch nicht in Göttingen gespielten Händel-Opern hier aufgeführt werden.

Große Pläne also, aber zunächst muss Wolff das restliche Geld für das etwa 1,5 Millionen Euro umfassende Budget eines Festivals auftreiben. „Sponsoren tragen einen Großteil bei“, sagt Wolff, der am Montag aber zunächst einmal zufrieden war über den kulturpolitischen Schulterschluss von Händel-Gesellschaft, Land, Kreis und Stadt und das einmütige Votum in den politischen Gremien für die Förderung.

Als ein gutes Zeichen in Zeiten der Sparpolitik wertete Wolfgang Meyer den Vertrag. Die Händel-Festspiele seien für Göttingen ein Alleinstellungsmerkmal und unverzichtbar in der Außendarstellung. Seiner Kaffee-Partnerin Ingrid Wanka gab augenzwinkernd noch mit auf den Weg, dass Hannover doch bitte die Finger von den Göttinger Festspielen lassen solle.

Von Thomas Kopietz

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