Hainberger helfen Flüchtlingen - Hallen wurden nicht beschlagnahmt

Jörg Lohse

Göttingen. Der SC Hainberg zeigt sich offen für die Unterbringung der Flüchtlinge in die maßgeblich vom Verein genutzte Zieten-Sporthalle und die Fun-Sport-Halle. Das bekräftige der Vorsitzende Jörg Lohse in einem offenen Brief und reagiert damit auch auf Berichte und Meinungsäußerungen, nachdem die Sporthallen von der Stadt beschlagnahmt worden seien.

„Das stimmt nicht und ist auch ausdrücklich nicht im Sinner aller am Projekt Beteiligten“, stellt Lohse klar. Die Fun-Sport-Halle, die vom SCH betreut wird, werde nur zu Teilen abgetrennt, der Spiel- und Sportbetrieb könne weiter eingeschränkt laufen.

Auch der Kabinentrakt im unteren Flur werde nicht anderweitig belegt, stellt Lohse klar.

Der SC Hainberg, der in der Vergangenheit auch für seine vorbildliche Integrationsarbeit ausgezeichnet worden ist, wolle sich der Situation konstruktiv stellen, den ankommen Flüchtlingen mit dem notwendigen Respekt und auch der SCH auszeichnenden Offenheit begegnen.

In der Fußballsparte trainieren seit einigen Monaten bereits Flüchtlinge mit. Mitglieder, wie der zweite Vorsitzende Andre’ Pfitzner, engagieren sich in Initiativen und der Betreuung.

Gleichwohl äußerte man in SCH-Kreisen bei der Vorstellung der Pläne, die Hallen zu belegen, am Dienstag auch Kritik, vor allem an der Informationspolitik der Stadtverwaltung (wir berichteten) und machte konstruktive Vorschläge, so zur Nutzung alternativer Räume für die Verpflegung der Flüchtlinge im Bereich der Fun-Sport-Halle .

„Wir stehen in engem Kontakt mit den zuständigen Stellen der Stadt und den beteiligten Organisationen, um ein bestmögliches Miteinander zu organisieren“, bekräftigt Jörg Lohse.

Die Göttinger Sport- und Freizeit GmbH als Eigentümer und Betreiber der Hallen hat den Fußballern und Badminton-Spielern des SC Hainberg bereits Ersatzzeiten in anderen Sporthallen angeboten.

Kritik von Bürgerinitiative

Kritik daran, dass die beiden Hallen auf dem Gelände des SC Hainberg nicht nutzbar sind, übt die Bürgerinitiative Zukunft Zietenterrassen (BiZZ). Zum einen, weil die Fun-Sport-Halle und die Sporthalle für den Vereinssportbetrieb ausfallen. Und zum zweiten, da diese auch nicht von den Bewohnern des bestehenden Flüchtlingsheim auf den Zietenterrassen genutzt werden könnten. Das sei ein Argument für die Standortauswahl gewesen. Der Stadtverwaltung wirft die BiZZ vor, „nur noch bedingt Herr der Lage zu sein“. Sie solle die Inanspruchnahme der Sporthallen umgehend aufgeben und eine andere, gerechtere und sozial verträgliche Lösung finden.

Die BiZZ hat nichts mit einer anderen Initiative in dem Stadtteil zu tun: Die Bürgerinitiative Runder Tisch Zietenterrassen engagiert sich für das Flüchtlingswohnheim und die Betreuung. Sprecherin ist Jaqueline Jürgenliemk. (tko)

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