100 Handballer aus Rosdorf und Tschechien in Friedland

Gespannt hören die Jugendlichen zu, während ihnen Museumsführerin Talina Matzat (rechts) Geschichten über Flucht und Vertreibung erzählt. Foto: per

Friedland. Hochbetrieb herrschte am Samstagvormittag im Museum Friedland, wo sich 100 Jugendliche aus der Gemeinde Rosdorf und deren tschechischer Partnergemeinde Zubri tummelten.

„Ich habe viel Neues gelernt und fand die Ausstellung sehr spannend“, meinte Teresa. Besonders den Raum über die Arbeit des Suchdienstes vom Deutschen Roten Kreuz, der Menschen geholfen hat, ihre Angehörigen nach der Flucht wiederzufinden, habe die junge Tschechin beeindruckt.

So wie Teresa zeigten die meisten Teilnehmer, allesamt junge Handballer aus Rosdorf und Zubri, großes Interesse an der Ausstellung, vermittelt diese doch unter dem Titel „Fluchtpunkt Friedland“ Inhalte, die für Tschechen wie Deutsche gleichermaßen relevant sind. „Es geht dabei schließlich um die Teilung Deutschlands und Europas zur Zeit des kalten Krieges, aber auch um die aktuelle Situation der Menschen, die aus Ländern wie Syrian, dem Irak oder Eritrea nach Europa flüchten“, sagt Carsten Koch, der den Jugendaustausch koordiniert hat und die Idee zum gemeinsamen Besuch im Museum Friedland hatte.

Suche nach Eltern

Dass die Führung nicht nur für die Kinder und Jugendlichen im Alter zwischen zwölf und 15 Jahren etwas war, sondern auch die neun mitgereisten tschechischen Betreuer faszinierte, zeigt die Aussage von Robert. „Ich fand es berührend zu erfahren, wie das DRK versucht hat, über Suchkarten die Eltern kleiner Kinder zu finden, die auf der Flucht ihre Familie verloren haben“, meinte der Handballtrainer.

Für die 16-jährige Michaela war es „besonders beeindruckend, von einer Syrerin geführt zu werden, die vor kurzem selbst nach Deutschland geflohen ist“. Nachdem sie so viel über Flucht und Migration im Museum Friedland erfahren habe, „weiß ich jetzt selbst mein sicheres Leben mit meiner Familie in unserem Zuhause viel mehr zu schätzen.“

Für Eva Völker vom Museum Friedland stellte die Organisation eine echte Herausforderung dar. „Das war die mit Abstand größte Gruppe“, die wir bislang betreuen durften und das Zeitfenster war mit gerade mal zwei Stunden sehr eng“, sagte sie. „Die Rückmeldungen haben aber gezeigt, dass alle mit dieser Lösung zufrieden waren“, freute sich Völker am Ende über eine rundum gelungene Veranstaltung. (per)

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